The DeSoto Caucus spielten im Schlachthof

Klanglandschaften der lässigen Art

Sanfte Akkorde steigern sich zum Inferno: Anders Pedersen im Schlachthof. Foto: Zgoll

KASSEL. Was erwartet der nicht vorbelastete Konzertgänger von einer dänischen Indie-Rockband? Vielleicht nicht unbedingt die Art von Musik, welche die vierköpfige Gruppe The DeSoto Caucus am Dienstagabend den knapp 40 Besuchern im Schlachthof servierte: Eine sehr amerikanisch daherkommende Songzusammenstellung aus ihrer aktuellen CD und früheren Werken.

Der Schubladenbegriff Desert Rock beschreibt die von DeSoto Caucus eindrucksvoll und lässig kreierten Soundlandschaften am treffendsten: Da gab es von einem dumpf pochenden Schlagzeug unterfütterte sanfte Akustikgitarren-Akkorde von Frontmann Anders Pedersen zu hören, die sich aber kontinuierlich in ein Klanginferno mit dreckigen E-Gitarren-Effekten und knarzenden Low-Tech-Synthie-Clustern von Nikolaj Heyman entwickeln konnten.

Erstaunlich, dass man eine kleine akustische Wanderklampfe wie eine verzerrte Metal-Gitarre dröhnen lassen kann. Hervorzuheben auch der zweistimmige Gesang der beiden Gitarristen. Henrik Poulsen am Bass und Drummer Peter Dombernowsky spielten dazu die dynamisch fein abgestimmten Grooves.

Das meiststrapazierte Wort des Abends war übrigens „happy“, denn die Band hatte nach eigenem Bekunden maximal zwei Songs mit fröhlichem Charakter im Repertoire. Stattdessen handelten die Texte von „Wasteland“ oder „Live in the stream“ eher von düsteren Themen wie Paranoia, Verlassenheit oder der Angst vor Amerika - trotz der offensichtlichen Bewunderung für seine Musik.

Nach knapp anderthalb Stunden einschließlich zweier Zugaben für die überzeugten Zuhörer endete das interessante Konzert.

Von Wolfgang Wollek

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