Klangvielfalt ohne Grenzen bei der langen Nacht der Weltmusik

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Sorgte im Schlachthof für anhaltende Begeisterung: Der serbische Knopfakkordeon-Virtuose Nenad Nikolic.

Kassel. Zum Abschluss der 16. Ausgabe des Kasseler Weltmusikfestivals hatte der Schlachthof am Samstag wie üblich zur langen Nacht der Weltmusik eingeladen - mit großem Erfolg, denn die Veranstaltung war ausverkauft.

Im Lauf von vier Stunden präsentierten sechs Kasseler Ensembles und Solokünstler mit Migrationshintergrund bis nach Mitternacht einen sehr abwechslungsreichen Querschnitt der lokalen World-Music-Szene.

Mit kubanischer Musik eröffnet und auch beendet wurde der Konzertabend von Pianist „Maestro“ Urban Beyer und dem chilenischen Sänger „Rey“ Valencia, zwei Musiker, die auch als Moderatoren das Publikum mit reichlich Hintergrundinformationen versorgten.

Die mit Klarinette und Gitarre bestens aufeinander eingespielten Brüder Cristiano und Gabriel Fischer als Nós em Duo zeigten anspruchsvolle, fordernde brasilianische Choro-Musik, teilweise mit rhythmischen Samba-Einflüssen. Die groovenden afrikanischen Songs von Florence Viereck und ihrer Band Pata Moto rissen das Publikum sofort mit - „The lion sleeps tonight“ folgte als Zugabe.

Nach der ersten Pause begeisterte der serbische Knopfakkordeon-Virtuose Nenad Nikolic mit rasanten, fingerbrecherischen Kapriolen in ungeraden Taktarten. Ihn wollten die Zuhörer gar nicht mehr gehen lassen. Die drei Musiker von Cenawa verbreiteten mittels Saz, Oud und Tombak orientalisches Flair, verbanden aber auch arabische mit deutschen Texten. Natürlich ging es auch hier nicht ohne Zugabe ab.

Begleitet von der vorletzten Gruppe Bandaluz, schaute man Richtung Spanien: Mit Akustikgitarre, zwei Perkussionisten und sattem E-Bass spielte das Quintett einen feurigen Flamenco-Pop-Mix, der so manches Bein zucken ließ.

Ein insgesamt gelungenes Konzert, welches bewies, dass Musik Brücken bauen und Grenzen überwinden kann.

Von Wolfgang Wollek

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