Das Diego-Jascalevich-Trio mit den Gästen Rolf Rasch und Philip Wipfler im Theaterstübchen

Klangzauber geht auch ohne Technik

Diego Jascalevich mit seinem Charango. Foto: Schoelzchen

Kassel. Südamerikanischer Klangzauber breitete sich am Dienstag mit dem Diego-Jascalevich-Trio im Theaterstübchen aus. Zunächst galt die Erkenntnis: Technik aus der Steckdose ist für südländische Herzensmusiker von untergeordneter Bedeutung.

Ob die Gitarre kaum zu hören ist, der Kontrabass nur zu ahnen – man spielt, also lebt man.

Aber auch das Publikum im gut gefüllten Saal war an diesem Abend in südländischer Stimmung. Obwohl es zwanzig Minuten dauerte, bis der Sound perfekt war (vor dem Konzert war keine Zeit für einen Soundcheck gewesen), ließ es sich von Beginn an vom Spielzauber anstecken. Schon allein den argentinischen, in Kassel lebenden Weltenbummler Diego Jascalevich mit seinem Charango, dieser kleinen Anden-Gitarre, zu erleben, ist ein Hochgenuss.

Im Zusammenspiel mit dem argentinischen Gitarristen Marcos Goncalvez und dem brasilianischen Percussion-Spieler Rui Reis gab es magische Momente. Milonga, „die ältere Schwester des Tango“, wie Jascalevich augenzwinkernd erklärte, Samba, Zamba, Choro, Bossa nova – nicht alle Begriffe waren den Besuchern vertraut – die Musik jedoch sofort. Rhythmisch, fröhlich, gekonnt.

Immer wieder zauberhaft, wie Jascalevich in Solopassagen seine flinken Finger über das kleine Zupfinstrument fliegen ließ und in melancholischen Passagen die Klangschönheit des Charangos demonstrierte.

Doch damit nicht genug. Auch Gastmusiker hatte Jascalevich eingeladen: Den in Kassel bestens bekannten Sopran-Saxofonisten Rolf Rasch und den aus München stammenden Kontrabassisten Philip Wipfler. Eigentlich sind beide stärker dem Jazz zugetan, doch die Allianz funktionierte. Rasch doppelte oft die Solozitate von Jascalevich und Wipfler demonstrierte, dass sich auch ein Jazzmusiker in südamerikanische Spielfreude einzufühlen vermag. Viel Applaus und eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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