Klappern und plappern: Literarischer Frühling mit Durs Grünbein

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Lockerer Gedankenaustausch: Dichter Durs Grünbein im Gespräch mit der FAZ-Redakteurin Felicitas von Lovenberg.

Waldeck. Der Büchner-Preisträger Durs Grünbein gehört zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern. Zum Auftakt des Literarischen Frühlings trug er am Samstag Gedichte und eine Kurzgeschichte im Rittersaal von Schloss Waldeck vor.

In seinen poetischen Miniaturen hält der 50-jährige Berliner Erkenntnisse über das Leben oder Situationen aus seinem ganz persönlichen Alltag fest. Das unveröffentlichte „Peng!“ etwa beschreibt einen Fastunfall auf der Autobahn. Grünbein liebt die Form des Sonetts, die er immer wieder neu erfindet. „Das Gedicht will immer alles sagen, sofort. Und dann merkt man, dass das nicht geht“, erläuterte er im Gespräch mit der FAZ-Redakteurin Felicitas von Lovenberg, das sich zwischen die beiden Teile seines Vortrags fügte. Teil des Abends war außerdem die Pianistin Julia Rinderle, die Werke von Louis Spohr spielte.

Der Literarische Frühling ist eine Initiative des Hotels Die Sonne (Frankenberg), des Hotels Schloss Waldeck sowie des Landhauses Bärenmühle (Frankenau). Zum Jubiläum der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, die erstmals vor 200 Jahren erschienen, widmet sich das Literaturfestival in diesem Jahr den berühmten Märchensammlern, die viele Jahre in Kassel lebten und arbeiteten.

Von der Schwierigkeit, den eigenen Töchtern vorzulesen, handelt Durs Grünbeins unveröffentlichtes Gedicht „Alle Arten von Märchen“. „Euch kann man nichts vorlesen“, heißt es da. „Ihr klappert und plappert immer, und schon kommt das Ende“. Und die Kinder des Lyrikers sind nicht nur unaufmerksam. „Alle Märchen, die mich interessieren, kommen bei meinen Töchtern nicht an“, erläuterte Grünbein. Während ihn das Abenteuer wie etwa in seinem Grimm-Lieblingsmärchen „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ fasziniert, sind seine Töchter ganz auf das Prinzessinnenmoment fixiert.

Von Valerie Schmidt

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