Prager Orchester mit dem Cellisten Petr Nouzovsky zu Gast bei den Kasseler Musiktagen

Die Klassik von nah und von fern

Kassel. Prager Orchesterkultur hat einen hohen Rang in Europa. Eines der Prager Orchester ist für zwei Konzerte bei den Kasseler Musiktagen zu Gast. Bei seinem ersten Auftritt am Donnerstagabend in der Martinskirche spielte das Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag ein „klassisches“ Programm. Neben zwei Werken aus der Klassik waren zwei Stücke zu hören, die aus der Warte späterer Zeit mit jener Epoche spielen.

Prokofjew - Haydn - Tschaikowski - Mozart: Das ergab einen reizvollen Ablauf. Unbestrittener Star des Abends war der Cellist Petr Nouzovsky, der gleich zwei virtuose Werke aus den obersten Rängen der Celloliteratur vortrug. Zuerst das D-Dur-Konzert von Joseph Haydn.

In einer Sitzhaltung, die jeder Cellolehrer seinem Zögling als unmöglich verbieten würde, nahm der junge Cellist auch die größten Schwierigkeiten mit Leichtigkeit und schien - sein reiches Mienenspiel gab Auskunft davon - seine angstfreie Freude daran zu haben.

Dies galt auch für die „Rokoko-Variationen“ von Peter Tschaikowski, mit denen er sein nahezu perfektes Spiel an diesem Abend krönte. Der Beifall für diese hochwertige Leistung fiel etwas knapp aus.

Die beiden Orchesterstücke, die Petr Vronsky routiniert und überwiegend auswendig dirigierte, bildeten den Rahmen für die Cellikatessen. Nach den unvermeidlichen kleinen Startschwierigkeiten lief Sergej Prokofjews „Symphonie classique“ wie am Schnürchen. Die ersten Geigen brillierten und tirilierten und die Querflöten bewältigten ihre rasanten Passagen ebenfalls mit Bravour.

Zum Schluss Mozarts „Prager“ Sinfonie, sicher das gehaltvollste Werk des Abends. Hier musste man, was die Auslotung des Mozart’schen Kosmos angeht, kleine Abstriche machen. Trotz ausgezeichnetem Zusammenspiel und großer technischer Fähigkeiten an allen Pulten fehlte ein wenig der Tiefgang, der Mozarts späte Sinfonien zum vollen Glück werden lassen kann.

Als Zugabe gab es ein belangloses Adagio aus einer Sinfonie von Jan Vaclav Vorísek. Schade dass die Ouvertüre zu Mozarts „Figaro“, die bereitlag, nicht mehr zum Einsatz kam.

Von Johannes Mundry

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