Klassiker in neuem Gewand: Das Kasseler Ensemble „Sounds Of Change“

Kassel. Glitzern da nicht Tränen in den Augen von Sabine Roppel? Auch Detlef Landeck, der im Allgemeinen mehr für explosive Posaunensoli denn für tiefe Schluchzer bekannt ist, seufzt berührt, nachdem seine schmächtige Bühnenkollegin „There Will Be Another Spring“, ein Stück der amerikanischen Sängerin Peggy Lee, ins Mikro gestreichelt hat.

„Ein Stück, das ich sehr liebe“, hatte Roppel zuvor bekannt. „Weil es um tiefe Gefühle und Frühling geht.“

Um tiefe Gefühl und auch um die anderen Jahreszeiten als musikalische Stimmungsbilder großer Komponisten aus Klassik, Pop und Jazz geht es im Programm des Kasseler Ensembles Sounds Of Change. Am Montag trat das Quartett im gut besuchten Theaterstübchen auf. Tiefsinnig, voller Poesie und manchmal richtig schön traurig klingt ihre Musik. Berühmte Komponisten und zahlreiche Evergreens standen Pate. Die Musiker – Sabine Roppel (Gesang), Detlef Landeck und Christoph Baader (Posaune) sowie der Pianist Donato Deliano – schenken den renommierten Originalen eine neue Umarmung. Die Seele der Stücke bleibt weitgehend unberührt, in puncto Arrangements und Interpretation wird jedoch mit Hingabe experimentiert.

Bisweilen geht der spontane Wiedererkennungswert zwar verloren, dafür aber kommt es zu interessanten Verquickungen und außergewöhnlichen Hörerlebnissen: ein vielseitiger Pianist und zwei Posaunen, die den Teppich für eine gefühlvolle Sängerin legen – eine Konstellation, die man suchen muss. Sonderapplaus verdiente sich Sabine Roppel. Mal mit Jazz- mal mit klassischer Opernstimme, mal als rotziges Pop-Girl, mal als gefühlvolle Frau begeisterte sie das Publikum.

Nicht nur Ohrwürmer wie Gershwins „Summertime“, Stings „Fields Of Gold“ oder Armstrongs „What a Wonderful World“ wurden interpretiert, sondern auch Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy, von Claude Debussy, ja sogar vom im 16. Jahrhundert wirkenden englischen Komponisten Thomas Morley: „Now Is The Month Of Maying“. Lang anhaltender Beifall, eine Zugabe.

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Von Steve Kuberczyk-Stein

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