Eine Neufassung des Musicals „Das Phantom der Oper“ begeisterte das Publikum in der Stadthalle

Klassiker im neuen Gewand

Szene nachts auf dem Friedhof : Christine (Deborah Sasson) am Grab ihres Vaters, hinten das Phantom (Axel Olzinger). Foto: Malmus

Kassel. Die junge Chorsängerin Christine (Deborah Sasson) springt in der Pariser Oper für die erkrankte Starsopranistin ein und überrascht mit ihrer Kunst nicht nur das Publikum. Des Rätsels Lösung wird mit Schauern diskutiert: „Ihre Stimme hat sich in einer erstaunlichen Weise entwickelt – er hat ihr geholfen.“

Er, das ist jemand, über den man nicht gern spricht: das Phantom der Oper, ein von Geburt an entstellter, aber genialer Künstler, der in den Kellergewölben der neuen Pariser Oper lebt und von dort aus sein Unwesen treibt.

Fast ausverkauft war die Stadthalle am Mittwoch, um die schaurig schöne Romanze des Chormädchens Christine mit ihrem Förderer und Peiniger zu verfolgen. Das gleichnamige Musical von Starkomponist Andrew Lloyd Webber, das auf dem Roman des französischen Schriftstellers Gaston Leroux (1868-1927) fußt, ist weltbekannt.

Die Fassung der Produzenten Roland Heck und Gerd Köthe, die in Kassel gezeigt wurde, setzt auf neue Musik und neue Texte. Ein gelungenes Unterfangen – besonders in Bezug auf die Musik: „Webbers Musical spielt in einer Oper, aber ohne jedes Opern-Flair, ohne jede Opernmusik“, sagt Deborah Sasson, die wieder mit viel Glanz in der Stimme die Christine sang.

Genau diese Kritik wurde verarbeitet. Lieder von Puccini bis Verdi wurden mit ansprechenden Musical-Kompositionen verschmolzen und stimmig in die Handlung eingeflochten. Kostüme, Bühnenbild und ein kleines Orchester taten ein Übriges, um Opernflair rüberzubringen. Lob auch für die technische Seite. Durch eine spezielle Projektionstechnik entstanden malerische Stimmungsbilder wie auch verblüffende Effekte: eine schaurig schöne nächtliche Friedhofsstimmung, als Christine am Grab ihres Vaters betet, die unheimlichen Katakomben unter der Oper, das plötzliche Auftauchen und Verschwinden des Phantoms - all dies konnte mit suggestiver Eindringlichkeit erlebt werden.

Fazit: Eine gute Ensembleleistung, ein stark aufspielender Axel Olzinger als Phantom, eine großartige Deborah Sasson, tolle Bilder – lautstarker Dank vom Publikum.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.