Kasseler Tanzwerkstatt präsentierte Vivaldi im Schauspielhaus

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Tanzstück „Aqua“ der Jungen Kompanie TanzZ temporär: (von links) Anja Ulbricht, Franziska Wertz, Sabeth Vater, Natalia Schwand, Tabea Freund, Hannah Wagner, Sarah Wegener und Roisin Weickert. Fot

Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ sind ein ewiger Hit der barocken Tonmalerei. Da zwitschern die Vögel, da bricht ein Sturm los, da gibt es schmeichelnde Melodien und mitreißende rhythmische Impulse. Dieser unwiderstehliche Mix inspirierte am Sonntagabend die Tanzwerkstatt Kassel bei ihrem umjubelten Gastspiel im vollen Schauspielhaus.

Vor großem Publikum präsentieren 34 Tänzerinnen eine sich perfekt ergänzende Konzeption in zwei Teilen. Zuerst näherte man sich den Violinkonzerten des Venezianers ganz klassisch an: Vier Ballettklassen bereicherten durch ihre Anmut den so bildhaften Vivaldi-Originalklang. Die Choreografie des „Frühlings“ hatte Jasmin Zingel erarbeitet, die übrigen Choreografien des Abends stammten von Schulleiterin Pamela Hering.

Alles war gut überlegt, nicht nur das Bewegungsrepertoire. Auch die Farben und verschiedenen Altersgruppen korrespondierten auf elegante Weise mit den Stimmungen: eine Reise von frühlingshafter Jugend zu winterlicher Reife. Die fortgeschrittenen Tänzerinnen brillierten beim Spitzentanz – und alle bekamen großen Beifall.

Musikalische Grundlage des zweiten Teils war Max Richters „Vivaldi: recomposed“, das den alten Meister noch poppiger erscheinen ließ, als er ohnehin ist. Zu sphärischen und treibenden Sounds zeigte die „Junge Kompanie TanzZ temporär“ ihr modernes Tanztheater „Aqua“ zum Thema Klimawandel. Klar, dass da Wasser und dessen Knappheit eine Rolle spielten. Einmal tauchte das frisch agierende Ensemble die Köpfe in Eimer – da gab’s vergnügten Zwischenapplaus. Übrigens: Da die Tanzwerkstatt zu den Gewinnern des Kreativwettbewerbs der Kasseler Musiktage zählt, wird sie bei der Abschlusspräsentation am 5. Juli im Opernhaus dabei sein.

Von Georg Pepl

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