Pippo Pollina sang in der Kreuzkirche

Klassisch schön kann Pop klingen

Pippo Pollina Foto:  Fischer

Kassel. Schon das Ankündigungsfoto versprach einiges. Ein verwegen dreinschauender junger Mann mit langen Haaren und Gitarre wird von vier bildhübschen Damen flankiert. Der italienische Popmusiker Pippo Pollina setzte mit dem Piccola Orchestra Altamarea beim Konzert in der gut besuchten Kasseler Kreuzkirche wärmende Intensität gegen geringe Raumtemperatur und gewann das Duell.

Spannend die Konzeption: Klassisches Streichquartett und E-Piano oder Gitarre, mit einem weltmusikalisch eingefärbten Singer/Songwriter-Repertoire. Eigentlich erwartet man diese Musik von einer traditionell besetzten Band. Doch der außergewöhnliche Klangraum faszinierte. Spätestens seit der Vorliebe der Band Coldplay für Streicherthemen in der Popmusik ist das Image von schmalzig gegeigtem Beiwerk Geschichte. Rhythmisches Pizzicato, fugenartige Strukturen und lang ausgestrichene Melancholie verschmolzen mit der meist in Moll versenkten Leidenschaft Pollinas zu einem anspruchsvollen Plädoyer für Menschlichkeit, ohne dass die künstlerische Atmosphäre von den kurzweilig vorgetragenen Geschichten mit politischem Hintergrund übertönt wurde.

Dass man nie in Traurigkeit versank, lag an Pippo Pollinas kraftvoll-fröhlicher, nuancenreicher Stimme und dem kessen Schwung der schnelleren Kompositionen. Da drang südosteuropäische Lebensfreude durch, und auch die kulturellen Wurzeln der aus Osteuropa und Frankreich stammenden Musikerinnen schimmerten durch die Melodien. Viel Applaus, auch für die Ankündigung, dass Pollina beim „Sommer im Park“–Festival in Vellmar zu sehen sein wird.

Von Andreas Köthe

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