Songwriter Jamie Cullum begeisterte in der Göttinger Lokhalle

Klavier als Schlagzeug

Klettert auf dem Flügel herum: Jamie Cullum beim Auftritt in der Göttinger Lokhalle. Foto:  Strunk

Göttingen. „Das nächste Lied fußt auf einer erfundenen Geschichte. Es geht um einen Jungen, der bei den Mädchen in der Schule keine Chancen hatte. Um das zu ändern, lernte er Klavierspielen.“ Das Publikum lacht. So wie Jamie Cullum in Göttingen auf der Bühne steht, mit den Wuschelhaaren und der Teenageraura, die er trotz der 34 Jahre ausstrahlt, kann er nur sich selbst meinen.

Jamie durchschaut es, lächelt, verneint: „Nein, ich bin das nicht. Ich war der Brad Pitt auf unserer Schule“, stellt er klar. Und wo er hin will sogleich mit seinem Stück „When I Get Famous“ (wenn ich berühmt bin). Vom Berühmtwerden ist der quirlige Brite nicht weit entfernt. Zahlreiche Preise hat das Multitalent, das nicht nur die Tasten nutzt, bereits abgesahnt. Um seiner Leidenschaft für Rhythmen zu frönen, trommelt er auf seinem Klavier und kriecht auch unter das Musikinstrument, um dort weiter zu trommeln.

Das Publikum in der mit 1600 Besuchern gefüllten Lokhalle feiert ihn überschwänglich. Eigentlich versteht sich Jamie Cullum als Jazzmusiker. Nimmt man den dröhnenden Sound zum Maßstab, hätte man den Auftritt auch für ein Rockkonzert halten können.

Dabei hat er seine aktuelle CD „Momentum“. Abgesehen von einigen balladenähnlichen Anspielen, bei dem nur der Flügel und seine Stimme zu vernehmen waren, war es ein recht lautes, wildes Konzert. Wenngleich sein Begleiter Rory Simmons feine Trompetensoli kreierte und Tom Richards ein schmachtendes Saxofon einbrachte, dominierten bis in die Magengrube der Bass von Loz Garrat und das Schlagzeug von Brad Webb. Da klangen auch geschmeidig arrangierte Stücke wie „You Are Not The Only One“ sehr vehement. Ausnahme: Der Beatles-Song „Black Bird“, den Cullum mit viel Zärtlichkeit in der Stimme intonierte.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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