Kasseler Literaturpreis wird am 2. Mai posthum vergeben - Hanitzsch-Ausstellung und Film-Matinee

Feierstunde mit Dieter Hildebrandts Witwe

Dieter Hildebrandt (1927-2013). Foto:  nh

Kassel. Dieter Hildebrandt, der im November 86-jährig gestorbene große Kabarettist, hatte sich darüber gefreut, dass er in diesem Jahr den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor erhalten sollte. Bekommen hat er die Auszeichnung nicht mehr.

Die Stiftung Brückner-Kühner und die Stadt Kassel, die den Preis vergeben, haben mit seiner Witwe Renate Hildebrandt vereinbart, dass sie den Preis für ihren verstorbenen Mann entgegennehmen soll. Die Preisübergabe wird am Freitag, 2. Mai, in kleinem Kreis im Palais Bellevue nicht öffentlich stattfinden. Nur einige Hildebrandt nahestehende Menschen, der Stiftungsrat und Vertreter des Magistrats sowie die Presse sind geladen. Stiftungsratsvorsitzender Prof. Dr. Dr. h. c. Walter Pape begründet die Wahl des Preisträgers, Renate Hildebrandt wird sich ins Goldene Buch der Stadt Kassel eintragen.

Sie wird das Preisgeld von 10 000 Euro spenden: zu gleichen Teilen an das Berliner Grips-Theater und an die Initiative Nala, die sich gegen die Genitalbeschneidung von Mädchen einsetzt. Vorsitzende Fadumo Korn wird sich kurz bedanken. Christine Weghoff (Akkordeon) und Frank Brinkmann (Gitarre) spielen Stücke des von Dieter Hildebrandt geschätzten Django Reinhardt. Nach der Feierstunde wird um 19 Uhr im Kunsttempel die Ausstellung „Zugabe“ von Dieter Hanitzsch eröffnet. Gezeigt werden unter anderem zehn Zeichnungen, die Hildebrandts am Dienstag erschienenes Buch „Letzte Zugabe“ mit nachgelassenen Texten illustrieren.

Der Karikaturist hat alle Bücher Hildebrandts illustriert, den er zeichnerisch und freundschaftlich seit dessen Wirken bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft begleitet hat. Aus dieser langen Zeit wird eine Auswahl von Zeichnungen präsentiert. Hildebrandt selbst ist filmisch vertreten mit drei Kolumnen, die er zu dem von ihm mitgegründeten freien Satiresender „stoersender.tv“ beigesteuert hat. Hanitzsch wird bei der Vernissage ebenso anwesend sein wie Renate Hildebrandt.

Am Sonntag, 4. Mai, 11 Uhr, findet eine Film-Matinee im Bali-Kino statt. Gezeigt wird die Heinrich-Böll-Verfilmung „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“. Dieter Hildebrandt schrieb das Drehbuch und spielte die Hauptrolle. Der Eintritt ist frei.

Der Kasseler Literaturpreis wird seit 1985 jährlich vergeben. Er zeichnet Autoren aus, deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist. Der erste Preisträger war Loriot, zuletzt wurde Wilhelm Genazino ausgezeichnet. (vbs)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.