Der neue Verein Cavata will alte Musik der Casseler Hofkapelle erschließen und in Konzerten aufführen

Kasseler Musiker wollen klingende Schätze des Barock heben

Begeistert von alter Musik: Das Ensemble des Cavata-Gründungskonzerts. Foto: privat/nh

Kassel. In der großen Zeit der Casseler Hofkapelle in den Jahrzehnten um 1600 muss im Durchschnitt jeden Tag mindestens ein neues Musikstück aufgeführt worden sein. Anders lässt sich die Zahl von 20 000 Musiktiteln, die als Handschriften oder Drucke in der Murhardschen Bibliothek lagern, nicht erklären.

Von diesem weithin unbekannten Schatz, der in Kassel lagert, ist laut Musikwissenschaftlerin Dr. Angelika Horstmann nur ein Bruchteil erschlossen, vor allem das Werk Heinrich Schütz’.

Eine Initiative Kasseler Musiker und Barock-Begeisterter hat jetzt den Verein Cavata Cassel gegründet und will die vergessenen Musikwerke wieder zum Klingen bringen. Der Name leitet sich vom italienischen „cavare“ her, was herausfinden, ausgraben bedeutet.

In einem Gründungskonzert am kommenden Dienstag im Eulensaal stellen Kasseler Musiker (fast alle Vereinsmitglieder) Werke der Komponisten Andreas Hammerschmidt, Guasparo Torelli, Georg Otto und August Kühnel vor. Der frühere Bibliotheksleiter Prof. Dr. Hartmut Broszinski gibt zuvor eine Einführung in das Thema.

Ziel des Vereins Cavata ist es, Konzerte in historischer Aufführungspraxis mit einheimischen und auswärtigen Musikern zu veranstalten. Mittelfristig hofft man, in Kassel ein Barockmusik-Festival etablieren zu können. An Aufführungsmaterial dafür würde es jedenfalls nicht mangeln.

Gründungskonzert: Dienstag, 22.11., 18 Uhr, Eulensaal der Murhardschen Bibliothek, Kontakt: Tel. 0561 / 65514.

Von Werner Fritsch

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