So klingt der Sommer der Liebe: Unsere Tipps, die man nicht nur in den Ferien hören kann

Auch diese Saison gibt es wieder jede Menge Sommerhits, die wir nächstes Jahr schon wieder vergessen haben werden. Wir empfehlen darum lieber unsere persönlichen Lieblinge, die man nicht nur in diesen Ferien hören kann.

Das Album für Verliebte (Phoenix: „Ti amo“). Schon vor acht Jahren hat die französische Band Phoenix eine perfekte Sommerplatte aufgenommen. „Wolfgang Amadeus Phoenix“ war leichter Softeis-Pop, der im Indie-Club ebenso zuhause ist wie im Garten von Versailles, wo das Quartett herkommt. Nun singt Thomas Mars auf „Ti Amo“ auf Englisch-Französisch-Italienisch nicht nur den schönsten Satz, den Menschen zueinander sagen können, sondern auch über Eissorten und andere Sommer-Belanglosigkeiten. Wer den Italo-Schlager-Indie-Pop von Phoenix hört, möchte, dass dieser Sommer niemals endet.

Das Lied zur Ehe für alle (Sookee: „Queere Vögel“). In zehn Jahren werden sich die Menschen fragen, wie es sein konnte, dass Männer keine Männer und Frauen keine Frauen heiraten durften. Die Berliner Hip Hopperin Sookee hat bereits im Frühjahr mit „Queere Tiere“ die Hymne zur Ehe für alle geschrieben. Sie rappt über Schnecken, die in Kommunen Gruppensex haben und „queere Vögel die gern feiern und vögeln“. Diesen Sommer wird endlich auch dem Gesetzgeber klar: Es ist völlig egal, wen du liebst.

Das Album für alle, die für den Club zu alt sind (Sylvan Esso: „What Now“). Wer die 40 überschritten hat, der weiß, dass es viel schöner ist, frühmorgens aufzustehen statt die Nacht durchzufeiern und dann alles zu verschlafen. Wer trotzdem Partys vermisst, sollte Sylvan Esso hören. Das US-Elektro-Pop-Duo macht Club-Musik, die zu jeder Tageszeit funktioniert. Vor allem der sommerliche „Song“ ist magisch. Dort singt Amelia Meath: „Ich bin der Song, den du nicht mehr aus dem Kopf bekommst. Ich bin der Song, der dir alles verspricht, was du dir wünschst.“ Zumindest diesen Sommer.

Das Lied für den Sommer in der documenta-Stadt Kassel (Faber: „Bleib Dir nicht treu“). „Sag niemals, was du denkst“, singt Faber und man könnte meinen, er hat den Song der d14 gewidmet. „Näh’ dir ein ganz neues Gewand und sei frei von jedem Zwang“, heißt es weiter und das macht auch die Kunstausstellung. Faber klingt sehnsuchtsvoll und stark, melancholisch und lässig. Der Schweizer steht für clevere Texte und rumpelige Musik. Der Sinn erschließt sich oft erst beim zweiten Hören. Er traut sich was - die documenta auch. Sein erstes Album heißt „Sei ein Faber im Wind“. Wie das klingt? Faber im Kulturzelt Kassel: 17.8. (HNA-Kartentelefon: 0561/203204).

Das Album für alle, für die der Sommer ein großes Festival ist (Gentleman: „The Selection“). 43 Songs, die den Festivalsommer perfekt machen. Vor 18 Jahren sorgte er hierzulande für eine Reggae-Welle, mit „The Selection“ blickt Tilmann Otto alias Gentleman auf seine Karriere zurück. Seine 22 wichtigsten Titel, darunter sind „Intoxication“ und natürlich auch „Superior“. In der Deluxe-Version gibt es noch 21 weitere Titel - mit musikalischen Gästen wie Mustafa Sandal, Stefanie Heinzmann und Udo Lindenberg. Einziger Wermutstropfen: Die Festivalsaison lässt Gentleman aus, zu hören gibt es ihn live nur bei seiner MTV-Unplugged-Tour.

Das Lied für alle Sommerverächter, die sich schon auf den Herbst freuen (Liam Gallagher: „As You Were“). Okay, die Britpop-Band Oasis gibt es seit 2009 nicht mehr und doch wünscht man sich, es wäre anders. Damit sie wieder Lieder schreiben, die so reinhauen wie „Wonderwall“ und „Don’t Look Back In Anger“. Und: Man wünscht sich, Noel und Liam Gallagher würden gemeinsam auf der Bühne stehen, statt sich dauernd zu zoffen. Beide haben zwischenzeitlich Alben veröffentlicht und werden es auch in diesem Jahr tun - getrennt. Weil die Single von Liams Album (soll im Oktober erscheinen) so herrlich an Oasis erinnert, macht „As You Were“ Lust auf den Herbst.

Von Matthias Lohr und Maja Yüce

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