Magisch: Adjiri Odametey in der Kreuzkirche

Klischees bröckeln

Kassel. Adjiri Odametey ist ein ruhiger, gefasster und liebenswerter Mensch. Der Multi-Instrumentalist und Sänger aus Ghana gab mit seinem Trio in der Kasseler Kreuzkirche ein beschauliches, aber äußerst intensives Konzert.

Das Herz und der Rhythmus von Afrika - Begriffe, die abgedroschen daherkommen wie eine billige Schlagerzeile („Die rote Sonne von Barbados“). Doch wenn Musiker wie Odametey ihre Lieder präsentieren, bröckelt das sinnentleerte Klischee, und es entsteht tatsächlich so etwas wie Verbundenheit, Freude und Zuversicht. Diese Musik wird gelebt und ist durchtränkt von der Hoffnung oder vielleicht sogar von der Gewissheit, dass es da irgendwo so etwas wie Wahrheit und Gerechtigkeit geben muss.

Denn jeden Ton und jeden Beat empfand man als tief verwurzelt in der Person, die ihn auf der Bühne produzierte. Zwingend, magisch, unwiderstehlich - man musste sich allerdings darauf einlassen. Ansonsten blieb einem diese Erfahrung verwehrt.

Es war egal, ob Odametey die Gitarre, die Cora, das Balafon oder die Kalimba bediente. Er entlockte jedem Instrument berauschende Klänge, und seine beiden Percussionisten Robert Odametey und Richard Donkor sorgten für einen unaufdringlichen, aber brillant inszenierten Puls. Dass man sich nach der Pause komplett dem Rhythmus widmete, brachte noch mal richtig Dynamik in das Geschehen. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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