TV-Kritik zum Köln-Krimi

"Tatort: Weiter, immer weiter": Packendes Psychostück

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Roeland Wiesnekker überzeugte voll und ganz.

Das kam überraschend: Nach einem zähen Auftakt und den wenigen packenden Action-Szenen gab es am Ende des Kölner „Tatort: Weiter, immer weiter“ doch noch den großen Knall. Unsere Kritik.

Es war, als hätte Regisseur Sebastian Ko mit „Weiter, immer weiter“ eine Story mit dem unvorhersehbaren Ende nur für Schauspieler Roeland Wiesnekker geschrieben. So bemerkenswert gut hatte er die Figur des vereinsamten Streifenpolizisten Frank Lorenz umgesetzt.

Da liefen Wiesnekker als Polizist Lorenz und seine Partnerin Vera Kreykamp (Laina Schwarz) aus dem Polizeipräsidium: Sie war noch völlig aufgelöst vom Tod eines jungen Mannes, wollte sich eine Auszeit gönnen. Auch Lorenz wirkte instabil, entmutigt, gar verwirrt. 

Doch eine Pause kam für ihn nicht in Frage, er rief Kreykamp die Worte zu: „Weiter, immer weiter“. Dann stieg er in den Wagen und begann ohne die Kenntnisse der Hauptkommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär), die bei diesem Fall im Hintergrund standen, auf eigene Faust zu ermitteln. Traf dabei einen ehemaligen Informanten, der angeblich von einem Maulwurf in den Reihen der Polizei wissen wollte. Lorenz verrannte sich total – die Grenze zwischen Wahrem und Irrealem verwischte.

Dass das alles – so glaubwürdig es auch schien – nur im Kopf des psychisch labilen Polizisten stattfand, war beachtlich. „Weiter, immer weiter“ war weniger Krimi, mehr ein packendes Psychostück, das eine gescheiterte Existenz grandios inszenierte.

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