Können und Hingabe: Die Kasseler Jazz-Formation Do Dat Dere im Schlachthof

Das Sextett Do Dat Dere im Theaterstübchen: (von links) Klaus Wenderoth (Piano), Michael Rosenthal (Kontrabass), Peter Zingrebe (Saxofon), Valerij Geneberg (Trompete), hinten verdeckt Jörg Müller-Fest (Schlagzeug) und Bernd Röser (Saxofon). Foto: Malmus

Kassel. Lässig, cool, aber dennoch mit so viel Elan und Feuer kommt die Musik vom Kasseler Sextett Do Dat Dere rüber, dass man auf seinem Stuhl unwillkürlich im Rhythmus der Musik mitwippt.

Diesen Donnerstag spielte die Formation im gut besuchten Kulturzentrum Schlachthof. Wunderbare Klassiker aus den Abteilungen Jazz, Bebop, Hardbop und später Swing waren angesagt. Allesamt aus der Feder renommierter Großmeister, viele davon aus den 1930er- bis 1950er-Jahren. Die Arrangements dieser Stücke können einem Musiker einen Menge abverlangen: „Ich bin schon nach dem ersten Stück geschafft“, schnaufte Pianist Klaus Wenderoth lächelnd nach „Dat Dere“ in der Version des Jazz-Pianisten Bobby Timmons.

Nicht nur auf den Tasten wusste der Senior der Formation zu gefallen, sondern auch als moderierender Spaßvogel, der nie um einen Spruch verlegen war. Auf Timmons folgte „I Mean You“ von Bebop-Mitbegründer Thelonious Monkou“, darauf der Jazzstandard „Harlem Nocturne“. Alles Nummern, die leichtfüßig daherkommen, aber schwer zu spielen sind. „Manche Sachen sind so kompliziert, da nimmt man sich lieber etwas zurück, als einen Fehler zu machen“, stapelte Wenderoth tief und kündigte in der Folge so manche „Herausforderung“ an.

Seine Bühnenkollegen nahmen es mit Humor und spielten auch auf hohem Niveau ohne erkennbare Ausrutscher, dafür aber sehr dynamisch und mit viel Hingabe. Besonders die Abteilung Bläser – die Saxofonisten Peter Zinngrebe und Bernd Röse sowie der Trompeter Valerij Geneberg – standen bei den Bebop-Klassikern im Fokus. Alle drei ernteten ebenso wie Wenderoth Sonderapplaus.

Den verdiente sich auch die Abteilung Rhythmus mit dem großartigen Jörg Müller-Fest am Schlagzeug und seinem souveränen Kollegen Michael Rosenthal am Kontrabass. Das Publikum hatte seine Freude an den Musikern und an noch folgenden Klangdelikatessen wie „Dolphin Dance“ von Herbie Hancock und Monks 1944 veröffentlichter Komposition „Round Midnight“.

Viel Beifall, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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