Schülerinnen der Bühnentanzausbildung „Sozo-vim“ präsentierten im Dock 4 eigene kleine Stücke

Den Körper erzählen lassen

Tanz als Ausdruck innerer Bilder: Szene aus dem choreografischen Atelier von „Sozo - Visions in Motion (vim)“. Foto: Koch

Kassel. Es geht um die Suche nach Geborgenheit, nach sich selbst und um den Kampf, das mächtigste Gut auf dieser Welt zu erringen: die Liebe. Mit einer Sprache, die zwar lautlos, aber dennoch ungemein ausdrucksstark ist: dem Tanz.

Acht Tanz-Schülerinnen von „Sozo - Visions in Mo-tion“, dem „choreografischen Atelier“ der englischen Tänzerin und Choreografin Deborah Smith-Wicke, präsentierten sich am Donnerstagabend im Dock 4. „Die Themen, die Texte auf den Flyern und die Choreografien haben sie sich vollständig allein überlegt“, erzählt Smith-Wicke. Nach drei Jahren Tanzschulung war es eine Art Abschlussarbeit, was die jungen Tänzerinnen vor 40 Zuschauern in einer szenischen Collage auf die Bühne brachten.

Auf vorgestanzte, klassische Elemente oder Ballett-Kostüme verzichteten die Protagonistinnen. Getanzt wurde in einer Alltags-Bekleidung, denn das alltägliche Sein und Leben standen im Mittelpunkt. Eine Darstellung zeigt eine junge Frau in einem schwarzen, den Körper betonenden Baumwollkleid. Regungslos steht sie da, starrt ins Weite. Setzt sich, steht auf, verharrt wieder regungslos. Eine innere Spannung baut sich in ihr auf und explodiert: „Schau mich an“, ruft sie und beginnt der inneren Qual tänzerischen Ausdruck zu verleihen. Verzweiflung und Wut beginnen sie zu beherrschen: „Du hast mich anzuschauen, ich bin deine Frau“, schreit sie und sucht Befreiung.

So ausdrucksstark wie Susanna Horn ihrem Stück „Princess“ Gestalt gab, präsentierten auch die anderen Tänzerinnen ihre Stimmungsbilder. Szenen aus einem Wartezimmer, ein militärisch anmutender Rhythmus-Tanz und zahlreiche andere Momente aus dem inneren und äußeren Leben brachten die Aktricen mit Dynamik und Leidenschaft auf die Bühne. Viel Applaus für Verena Voss, Sarah Scheer, Mareike Steffens, Sara Riash, Lisa Oettinghaus, Mirjam Rauch, Nathalie Reckert und Susanna Horn.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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