US-Jazzer Sonny Rollins wird 80 und kann es immer noch

Ein Koloss am Saxofon

Nur manchmal wirkt er etwas tapsig: Jazz-Saxofonist Sonny Rollins im Juli beim Auftritt in Rotterdam. Foto: dpa

Sollten einmal Jazzmusiker in Stein gehauen werden wie die vier US-Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln am Mount Rushmore, dann müsste Sonny Rollins dabei sein. Theodore Walter Rollins feiert heute seinen 80. Geburtstag und gehört zu den Musikern, bei denen man sich wundert, dass sie auch ein wirkliches Alter haben.

Sicher wirkt Rollins manchmal etwas tapsig, wenn er die Bühne betritt, doch sowie er sein Saxofon ansetzt, schwinden jegliche Alterserscheinungen. Dann weiß man wieder, warum ihm 1956 nach dem Erscheinen des gleichnamigen Albums der Spitzname „Saxophone Colossus“ verpasst wurde.

Rollins wuchs im New Yorker Stadtteil Harlem auf, mit sieben Jahren stand für ihn fest, dass er Musiker werden wollte. Erst spielte er Piano, dann Alt- und ab 1946 Tenorsaxofon. 1949 nahm er mit Bebop-Sänger Babs Gonzales seine erste Schallplatte auf. Später arbeitete er viel mit Miles Davis zusammen.

Wie viele Jazzmusiker in den 50ern war Rollins drogenabhängig, nach dem Entzug begann er ab 1955 unter eigenem Namen zu spielen. Immer wieder legte Rollins schöpferische Pausen über mehrere Jahre ein, um sich neu zu orientieren. Seit den 90ern hat er sich als einer der profiliertesten Solisten des Modern Jazz etabliert. Seine kraftvolle, manchmal rustikale Spielweise bleibt stets harmonisch und melodisch.

Tipp zum Anhören: St. Thomas, das wie acht weitere seiner Stücke zu den Jazzstandards gehört. Entweder die Aufnahme von 1956 mit Tommy Flanagan (Piano), Doug Watkins (Bass) und Max Roach (Schlagzeug) oder die Live-Aufnahme von 1959 in Stockholm mit Henry Grimes (Bass) und Pete La Roca (Schlagzeug).

Von Peter Fritschler

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