Kolossales Vergnügen: Ed Motta beim Jazzfrühling

Mag Vorbilder wie Steely Dan angeblich mehr als Sex: Sänger Ed Motta im Theaterstübchen. Foto: Hedler

Er gilt als "Koloss von Rio" und wird mit Gregory Porter verglichen: Der brasilianische Sänger Ed Motta erfüllte beim Kasseler Jazzfrühling spielend die hohen Erwartungen.

Kassel. Wie wird Ed Motta in verschiedenen Ländern ausgesprochen? Mit hohem Unterhaltungswert demonstrierte der Brasilianer diese Unterschiede, führte vor, wie Franzosen, Engländer und - herrlich - Japaner seinen Namen betonen. Da war die gleiche vokale Lust am Werk wie in seinem Gesang.

Ob seiner imposanten Statur lautet der Spitzname des Sängers, Songschreibers und Keyboarders „Koloss von Rio“. Beim Jazzfrühling im ausverkauften Theaterstübchen sorgte er am Samstag für ein kolossales Vergnügen. Klar, dass er Jubel und Ovationen erntete.

Ed Motta unterhielt mit seinen vor Witz übersprudelnden Zwischenansagen - der „Spiegel“ meinte einmal anerkennend: „Der Jazz braucht Showtalente.“ Und er legte als besonderen Höhepunkt ein gigantisches Scat-Beat-Box-Solo hin. Verschiedene Instrumente imitierend, pendelte er zwischen den Stimmregistern von brummbärigen Abgründen bis ins Falsett.

Im Gepäck hatte er Songs aus seinem aktuellen Album „Perpetual Gateway“, aber auch den älteren, auf Portugiesisch gesungenen Hit „Colombina“. In entspannter Atmosphäre gab’s markante Melodien mit einer Bandbreite von Soul und Funk bis zum Bebop. Zu seinen Vorbildern zählen unter anderem Stevie Wonder und Earth, Wind & Fire. Die Band Steely Dan mag er nach eigener Auskunft sogar „mehr als Sex“.

Den instrumentalen Zuckerhut machten die glanzvollen Musiker Rolf Zielke (Klavier, Keyboard), Yoran Vroom (Schlagzeug), Neville Malcolm (Bass), Jay Phelps (Trompete) und Marc Doffey (Saxofon, Flöte).

Das groovte und war von hochgradig virtuosen Soli gekrönt, zumal von Klavier, Schlagzeug und Saxofon. Zwischendurch widmete Ed Motta ein Stück Theaterstübchen-Chef Markus Knierim, dem wir den kolossalen Jazzfrühling verdanken.

Von Georg Pepl

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