Ulkig und nachdenklich: Das Aktionstheater feierte Premiere mit „Ox und Esel“

Komisches Krippenspiel

Das Baby bereitet nur Ärger: Michael Werner als Ox und Stephanie Hecht als Esel in dem absurd-komischen Krippenspiel „Ox und Esel“, das in der Lutherkirche Premiere feierte. Foto: Schoelzchen

Kassel. In der besinnlichen und mitunter auch stressigen Weihnachtszeit kommt ein Krippenspiel gern zur Aufführung. So auch im Aktionstheater, das am Freitag bei der Premiere von „Ox und Esel“ von Norbert Ebel für heitere Bescherung sorgte. Neben aller Komik schlug das Stück aber auch nachdenkliche Töne an.

Helga Zülch ist mit ihrer Inszenierung jener Spagat zwischen drolligem Klamauk und ernster Botschaft hervorragend gelungen. Die schlichte Ausstattung der Bühne von Werner Zülch pointiert die schrägen und originellen Dialoge zwischen Michael Werner alias Ox und Stephanie Hecht alias Esel: ein herrlich absurdes, aber auch rührendes Vergnügen.

„Das ist doch jetzt die Zeit für so was“, versucht der Esel den unleidlichen Ox zu beschwichtigen. Die beiden stehen vor großen Problemen. In der Krippe, wohlgemerkt auf dem Abendessen von Ox, liegt ein Säugling. Während die Eltern verschwunden bleiben, suchen Soldaten nach dem Kleinen, damit König Herodes ihn essen kann. Da Hunger keine ideale Begleiterscheinung für Geduld und kluge Entschlüsse ist, spitzt sich die Lage zu. Das etwas andere Krippenspiel nimmt seinen Lauf.

Michael Werner und Stephanie Hecht mimen hervorragend die Stallbewohner mit ihren ausgeprägten tierischen Eigenschaften und der unweigerlich komischen Sicht auf die Menschen. Die menschlichen Züge und Schwächen der beiden geistig ungelenken Tiere werfen die Frage auf, wer eigentlich der bessere Mensch ist.

„Ox und Esel“ ist ein intelligentes Krippenspiel, das mit Wortwitz, Situationskomik und viel Wärme das Weihnachtsthema von einer anderen Seite beleuchtet - ein Spaß für die ganze Familie mit Kindern ab fünf Jahren. Weitere Vorstellungen im Dock 4 ab Samstag, 4., bis Sonntag, 19. Dezember. Karten: Tel. 05 61/77 31 42.

Von Kirsten Ammermüller

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