Kommentar zur Absage von Regisseur Hermanis: Ins Rutschen geraten

Wer glaubte, die Kulturszene sei ein Hort der Menschlichkeit, wo Intoleranz, Rassismus und politisch rechte Gesinnung keinen Platz haben, der neigte schon vor der spektakulären Absage von Alvis Hermanis in Hamburg zum Träumen.

Was in der Gesellschaft existiert, das existiert auch im Kulturleben.

Dennoch muss man sich diese Absage noch einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da verweigert dieser Regisseur dem Thalia-Theater die Zusammenarbeit wegen dessen humanitärem Engagement – und allein deswegen. Denn das Theater macht ja selbst keine Flüchtlingspolitik, es will lediglich Menschen, die in Deutschland angekommen sind, weil sie hier Schutz suchen, in ihrer schwierigen Lage helfen.

Das kann man nur verurteilen, wenn man alle Ankömmlinge für potenzielle Terroristen hält. Diese Annahme jedoch ist blanker Rassismus. Leider steht Hermanis damit nicht allein. Er kommt aus Lettland, einem Land, das sich Flüchtlingen komplett verweigert. Und dem schließt er sich nun an. Das zeigt, was in Europa schon alles ins Rutschen geraten ist. Kultur verbindet? Schön wär’s.

Hier geht's zum Artikel: Regisseur Alvis Hermanis lehnt Flüchtlinge ab 

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