Kommentar zum Aus von Kapellmeister Gamzou: Einfach nur schade

Der Erste Kapellmeister Yoel Gamzou wird das Staatstheater im Sommer verlassen. In der Stadt sind nun Gerüchte aufgetaucht, Gamzou verlasse Kassel nicht freiwillig, sondern weil sein Vertrag nicht verlängert worden sei. Ein Kommentar von Werner Fritsch.

Es mutet schon merkwürdig an, wie das Staatstheater den bevorstehenden Abschied seines Ersten Kapellmeisterskommuniziert. Erst auf Anfrage wird sein Weggang mitgeteilt, und in der kurzen Erklärung findet sich kein Wort des Bedauerns oder der Dankbarkeit.

Das ist ein Armutszeugnis, denn es lässt den Schluss zu, dass sich die Theaterleitung keine Mühe gemacht hat, Gamzou am Haus zu halten. Dabei hat er mit seinen außergewöhnlichen Konzertprogrammen und mit seinen spannenden, immer sehr dezidierten Interpretationen dem Kasseler Publikum außerordentliche musikalische Erlebnisse und auch Einsichten beschert. Ja, Gamzou hat sich für Patrik Ringborg als Glücksfall erwiesen, wie es seinerzeit Marc Piollet für Roberto Paternostro war: ein junger und sehr eigenständiger musikalischer Kopf an der Seite des Generalmusikdirektors.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass dies nicht jeder am Staatstheater erkannt hat und mit Gamzous unkonventioneller Art umgehen konnte. Schade!

Rubriklistenbild: © HNA

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