Kommentar zum Polit-Protest beim Song Contest: Danke, Anke

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Anke Engelke

Schweden hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Mit 372 Zählern hat sich die Künstlerin Loreen mit ihrem Hit "Euphoria" in die Herzen Europas gesungen. Anke Engelke hingegen bezauberte auch - mit ihrem Polit-Protest. Ein Kommentar von HNA-Kulturredakteur Matthias Lohr.

Der Eurovision Song Contest aus Baku war wahrscheinlich die größte Dauerwerbesendung in der Geschichte des Fernsehens: In den Einspielfilmen zwischen den Musikbeiträgen ging es ausschließlich um die Schönheiten Aserbaidschans, vor der Punktevergabe durfte der Schwiegersohn des Präsidenten in die Crystal Hall einschweben und ein Liedchen trällern, und überhaupt versuchte sich das gerade von Amnesty International wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen kritisierte Regime ins rechte Licht zu setzen.

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30 Millionen Euro hat sich das Land am Kaspischen Meer die Gute-Laune-Party angeblich kosten lassen.  Insofern war diese Show nicht nur Entertainment, sondern auch Politik. Und es sagt einiges über die Grand-Prix-Gemeinde aus, dass nur eine am Finalabend den Mut hatte, darauf hinzuweisen.

Bei der deutschen Punkteverkündung aus Hamburg sagte Anke Engelke auf Englisch: „Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, wählen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf deiner Reise, Aserbaidschan. Europa beobachtet Dich.“ Und erst dann folgten die Ergebnisse der deutschen Jury.

Selten kam politischer Protest so charmant daher. „Danke, Anke“, war bereits in der Nacht zu Sonntag bei Facebook und Twitter zu lesen. Man kann natürlich fragen, ob der Einwurf der Entertainerin, die schon im Vorjahr das Finale aus Düsseldorf oscarreif moderiert hatte, etwas bringt. Aber es war allein schon ein schönes Bild, danach die Moderatoren in Baku zu sehen, die einfach weiterlächeln mussten.

Falls demnächst wieder ein Bundespräsident zurücktreten sollte, wäre es Zeit für eine Frau im höchsten Staatsamt: Anke für President.

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