Kommentar über die Reaktionen auf Ai Weiweis Festnahme: "Es könnten Zeichen gesetzt werden"

HNA-Kulturredakteur Mark-Christian von Busse über die Reaktionen auf Ai Weiweis Festnahme: Die Forderungen, den verhafteten Künstler Ai Weiwei freizulassen, sind zahlreich, aber sie laufen allesamt ins Leere.

Die chinesischen Machthaber scheren sich - mit Verlaub - einen Dreck um deutsche Proteste. Die ohnehin katastrophale Menschenrechtslage verschärft sich - Ai Weiwei ist nur ihr aktuell prominentestes Opfer.

Nicht zu vergessen: Auch Nobelpreisträger Liu Xiaobo sitzt ja noch in Haft. Es packt einen ohnmächtiger Zorn angesichts dieser Hilflosigkeit. Bleibt nur, die Verhaftung Ais - der bei der Verleihung des Kasseler Bürgerpreises „Glas der Vernunft“ noch gefeiert wurde - achselzuckend hinzunehmen? Nein, es könnten Zeichen gesetzt werden, die die chinesische Regierung schmerzlich treffen.

Der Rückzug der Aufklärungs-Ausstellung wäre zumindest ein solches Zeichen, das wehtut. Als Guido Westerwelle die Schau eröffnete, ließ China den Schriftsteller Tilman Spengler in seiner Delegation gar nicht erst einreisen.

Als ein Journalist kritisch nachfragte, buhten ihn ausgerechnet deutsche Wirtschaftsführer aus. Ja, China ist der derzeit wichtigste Absatzmarkt für deutsche Autos. Aber es wäre beschämend, wenn sich die Politik nicht wenigstens zu einer symbolischen Geste aufraffen könnte und es bei wohlfeilen Appellen beließe. vbs@hna.de

Rubriklistenbild: © dpa

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