Die Band Metisolea heizte den Schlachthof auf

„Kommt näher!“

Südländisch heiße Musik: Die Band Metisolea mit Sänger Alexandro Pascaw (rechts). Foto: Fischer

Kassel. Wild, wuchtig, animalisch – Bands wie die aus Bordeaux kommende, siebenköpfige spanisch-französische Formation Metisolea brauchen die Bühne, um sich richtig auszutoben. Beim Ska, Reggae, Flamenco oder Rock. Dazu noch eine Prise arabische Melodielinien, und ab geht die Post. Der Bass wuchtet sich in die Magengrube, die Grooves schießen in die Blutbahnen und die verzerrten Gitarrenriffs knallen zusammen mit den grellbunten Bläsersätzen in die Gehörgänge.

Am Dienstag suchte dieses einpeitschende Klanggewitter das Kulturzentrum Schlachthof heim. Konzerte von Bands wie Metisolea sind für den Schlachthof in Hinblick auf die Besucherresonanz planbare Größen. Zumeist prangt dann das Schild „Ausverkauft“ am Eingangsbereich. Auch diesmal fehlte dazu nicht viel. Ein Grund: Osterferien-Schülerfete. Der Anspruchs-Triathlon: möglichst rhythmisch, möglichst tanzbar, möglichst laut.

Auf Metisolea passt dieses Profil wie die Hitze, die sich im Saal ausbreitete. Für Frontmann Alexandro Pascaw, der mit rauer Stimme und abgehacktem Sprechgesang die explosive Stimmung der Musik wie ein Instrument unterstützt, konnte es jedoch nicht warm genug sein: „Kommt näher!“, forderte er immer wieder das jugendliche Publikum auf. „Wir sind aus dem Süden, wir brauchen eure Wärme.“

Wuchtige Fusionen

Neben wuchtig geschüttelten Elektro-Balkan-HipHop– Fusionen, bei denen sich besonders Trompete und Posaune hervortaten, liebt die Formation auch den Rock: „Wollt ihr Rock ’n’ Roll?“. Das Publikum wollte. Zu hören gab es dann aber eher Schwermetall. Auch das kam bestens an. Adrenalinstöße auf und vor der Bühne.

Einziger Kritikpunkt: Mit zunehmender Konzertdauer verschmolz das Klangbild zu einem Einheitsbrei. Alles in einen Topf, umgerührt und die Regler hochziehen. Doch, was soll’s. Das Publikum war begeistert, und nur das zählt.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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