Pro7, Samstag, 20.15 Uhr

Pro und Kontra: Sollte man „Mein bester Feind“ mit Joko und Klaas schauen?

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Die Moderatoren Joko Winterscheidt (l) und Klaas Heufer-Umlauf

Wer in Spitzbergen unter einem Eisberg taucht, sich einen Esel auf den Fuß tätowieren lässt und bei einem Hiphop-Konzert über den Intellekt der Fans rappt, der muss wenig Angst und den besten Freund sehr lieb haben. Denn nur der hat bei „Mein bester Feind", die Chance, einen Oldtimer zu gewinnen.

In dieser Folge muss unter anderem Helena sich für Freundin Johanna am Gummiseil 170 Meter in die Tiefe stürzen.

Der Mensch, der ihr auf seine Weise („Ich will es jetzt nicht noch schlimmer machen, aber“) versucht, Mut zuzusprechen, ist Joko Winterscheidt (37). Seit sechs Folgen moderieren er und Klaas Heufer-Umlauf (32) das Format.

Während sie sich in ein „Duell um die Welt“ selbst bekriegen, dienen sie hier lediglich als Kommentatoren. Denn selbst wenn die Kandidaten Prüfung eins packen, erwartet sie ein Parcours, bei dem sie vier andere Teilnehmer schlagen müssen.

Pro: "So sieht Loyalität aus", findet HNA-Volontärin Michaela Pflug

Wahre Freundschaft kann nichts trennen. Kein hässliches Tattoo, kein potenziell tödlicher Sturz oder der Umstand, dass man sechs Monate das Werbegesicht für einen Sexspielzeug-Hersteller wird. Erst recht nicht, wenn es einen Fernseher, ein Auto und vielleicht kurzlebigen Ruhm in den sozialen Medien zu gewinnen gibt.

Michaela Pflug

Somit geht es, romantisch-verklärt betrachtet, bei „Mein bester Feind“ auch um Liebe, Opferbereitschaft und Loyalität. Einer der herzerwärmendsten Momente war schließlich, als in Folge eins das Auto nicht der beste Freund, sondern der Kumpel bekam, der sich für ihn abgerackert hatte.

Andererseits befriedigt die Sendung klar auch das Bedürfnis, bequem und sicher von der Couch aus, zuzusehen, wie andere sich quälen und zum Affen machen. Ja, das kann man zur selben Sendezeit auch bei „Deutschland sucht den Superstar“ sehen. Aber wenigstens versprechen Joko und Klaas keine Megakarriere, sondern schon im Voraus, dass es peinlich wird und maximal ein Auto gibt.

Kontra: "Verfall der Unterhaltung", kommentiert HNA-Volontärin Christiane Geier

Wahre Freundschaft kann nichts trennen, oder vielleicht doch? Das Duo Joko und Klaas stellt in „Mein bester Feind“ nicht nur Freundschaften auf die Probe, sondern auch die Zuschauer.

Jeder, der einschaltet, sollte sich fragen: Kann ich mir nichts Besseres für einen Samstagabend vornehmen als diesen Verschnitt einer Dschungelshow mit bleibenden Folgen? Durch dumme Entscheidungen bekommt man dort etwas für die Ewigkeit, nämlich eine Doppelsteckdose als Tattoo auf dem Hintern.

Christiane Geier

Das Unterhaltungsgeschäft testet immer wieder seine Grenzen, „Mein bester Feind“ hat sie durchbrochen. Schon die ersten Szenen lösen meine Schamreflexe aus und ich schalte um. Bei so etwas wünsche ich mir als Pro-7-Zuschauer die testosterongesteuerten Bundesjugendspiele mit Stefan Raab zurück. Sollte ich vor dem Fernseher sitzen, schalte ich statt dem dreistündigen Fremdschäm-Marathon lieber Dieter Bohlens verzweifelte Sängersuche ein.

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