Pro & Kontra: Ist der Start der Show „Millionärswahl“ geglückt?

Die erste Folge der "Millionärswahl" auf Pro7 hat für kontroverse Diskussionen im Netz gesorgt. Das spiegeln unsere Redakteure Werner Fritsch und Mark-Christian von Busse auch in einem Pro und Kontra wider.

PRO: Das sagt Werner Fritsch zur Show

Werner Fritsch (57) findet es gut, dass die Show ihre eigene Dynamik entwickelt.

Dass es das noch gibt: Eine Fernsehshow, die eine unvorhergesehene Dynamik entwickelt und im letzten Moment mit einem Gewinner endet, den man längst abgeschrieben hatte. Wie konnte das passieren in einer Zeit, da alle neuen Fernsehformate x-mal getestet werden?

Die „Millionärswahl“ hat ja als erste Show keinen anderen Inhalt als den, dass Kandidaten oder Teams versuchen, bei den Zuschauern so viel Sympathie oder Mitleid zu erwecken, dass man ihnen eine Million Euro gönnt. Dazu gehört aber auch, dass die Kandidaten ihren Konkurrenten das Geld nicht gönnen. Und deshalb hat nicht der von den Zuschauern gevotete Kandidat gewonnen, der das Geld (eine Million?) für seine behinderte Nichte einzusetzen versprach, sondern mit den Stimmen seiner Mitkandidaten ein Breakdancer, den keiner für „gefährlich“ hielt.

Wie unfair!, rufen jetzt viele. Na klar! Diese Show kann nur unfair sein. Schön, dass uns dies so klar vor Augen geführt wurde. fgh@hna.de

Kontra: Das sagt Mark-Christian von Busse zur Show

Mark-Christian von Busse (45) findet das Abstimmungsverfahren grotesk.

Plötzlich war die Frage, ob diese Mischung aus Altrocker-Auftritt, Masturbationstipps mittels Spülschwämmen und Geprotze mit Luxusgeschenken unterhaltsam ist, belanglos. Ob Eltons Kommentare nicht Moderation gewordenes Baldriparan darstellen, ob ein 60-Meter-Sprung „crazy genug“ ist: nebensächlich. Die abwegige Wendung im Finale führte die Pro-7-„Millionärswahl“ komplett ad absurdum.

Eine Million für irgendwas, das ist die fragwürdige Devise. Ralf Zanders stellte seinen Auftritt unter das Motto „Alles für Neele“, seine mit einem Gendefekt geborene Nichte. Wie er sich trotz Höhenangst an einer 25-Meter-Wand abseilte, war ergreifend. 25 000 Internet-Bewerber und die Zuschauer voteten, der Kölner lag vorn. Die Kandidaten, deren Stimmen ebenso viel zählten, entschieden taktisch, rückten den Letzten, einen Breakdancer, an die Spitze. Es widersprach jedem Gespür für Fairness – das Publikum kam sich zu Recht verarscht vor. vbs@hna.de

Lesen Sie auch: Shitstorm gegen Millionärswahl - ProSieben reagiert

Gespräch bei Radio HNA

Rubriklistenbild: © HNA/Zgoll

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