Konzert mit Flüchtlingen schließt Reihe Achtmal Alte Brüderkirche ab

Internationalität war Trumpf: Abschlusskonzert der Reihe Achtmal Alte Brüderkirche, hier mit Chorleiterin Eva Gerlach. Foto: Fischer

KASSEL. Was für ein Finale! Das letzte Konzert der diesjährigen Reihe „Achtmal Alte Brüderkirche“ hatte für die 150 Zuschauer eine so große Anzahl an Mitwirkenden aufgeboten, wie keins der sieben Konzerte vorher. Thema war „Aschure“, der islamische Feiertag, der auch auf alttestamentliche Geschehnisse zurückgeht, darunter die Landung der Arche Noahs und den Wiederbeginn des Lebens auf der Erde. Diesem Einschnitt widmeten sich die Lesungen von Pfarrer Stefan Nadolny.

Das Kunstprojekt des Abends (konzipiert von Gabi Erne) war ganz konkret. In der Mitte der einstündigen Veranstaltung wurden Becher mit der Aschure-Speise verteilt, einer Art Resteessen aus Getreide, Bohnen und Obst. Am Ende gab es noch ein grünes Obst-Gemüse-Mixgetränk – Hoffnung! Die Mixer mischten sich in die Musik ein, die natürlich der Hauptdarsteller war.

Neben dem Ensemble „L’art de passage“ wirkte ein Percussion-Ensemble mit, das aus elf unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen besteht, die in Knüllwald-Rengshausen betreut und von Olaf Pyras musikalisch angeleitet werden. Aus Rotenburg an der Fulda war die Jugendkantorei gekommen, die Flüchtlingsmädchen integriert hatte. Bei fünf Konzerten im Frühjahr und Sommer war der „Aus aller Welt Chor“ noch neunzig Stimmen stark. Inzwischen sind viele Mitglieder verstreut, weil sie auf andere Orte verteilt worden sind, wie die Kirchenmusikerin Eva Gerlach berichtete. Der kräftig aussingende Chor trug Lieder aus Deutschland, Syrien, Afghanistan, Iran und Lateinamerika vor und begeisterte das Publikum.

Es war ein Konzert mit hohem Symbolwert, fast zu schön und zu einig. Wenn sich nur die Hälfte dieser Stimmung in den labilen politischen Alltag retten ließe, müsste man sich keine Sorgen machen.

Von Johannes Mundry

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