Die Flown Tones hielten bei ihrem Auftritt im Bergpark die Erinnerung an Jazz-Klassiker wach

Ein Konzert gegen das Vergessen

Im Einsatz für die Jazz-Antike: Die junge Band Flown Tones mit (von links) Philipp Dausch (Gitarre), Clemens Rehbein (E-Bass), Sarah Thiel (Gesang) und Markus Thiel (Piano). Foto: Fischer

Kassel. Spannend, spannend. Die fünf Jungstars der Band Flown Tones mussten sich bei ihrem Auftritt in der Konzertmuschel fühlen wie die Blitzprinzessin Lena in Oslo.

200 Zuhörer, darunter viele Mitschüler der Jacob-Grimm-Schule, Pressevertreter und der Oberbürgermeister waren in den Bergpark gepilgert, um sich das jugendliche Entstaubungskommando im Einsatz gegen die immer schwächer werdende Wertschätzung der Jazz- und Soulantike aus der Nähe zu betrachten. Der Plan: Eine sorgsame Pflege hält die Erinnerung an die großen Meister wach. Wenn keiner mehr Blumen auf das Grab von Ray Charles und James Brown legt, stirbt auch deren Lebenswerk. Natürlich klingt das musikalische Resultat von Sängerin Sarah Thiel, ihrem überzeugend aufspielenden Bruder Markus am Piano, dem Bassisten Clemens Rehbein, Philipp Dausch an der Gitarre und dem Schlagzeuger Julian Reh wesentlich unkomplizierter als der Gedanke dahinter.

Unbeschwert und mit dem Charme jugendlicher Selbstfindung bringt man Titel wie „Let‘s go get stoned“, „Halleluja“ und „Sunny“ gekonnt auf die Bühne und bedankt sich anschließend bei den Eltern, die den Übungsraum stellen und für leckeren Kuchen bei den Proben sorgen.

Keiner von ihnen ist älter als 18 Jahre, aber dafür weht schon reichlich Raffinesse durch die Arrangements. Bei den Eigenkompositionen rutscht auch mal eine Marit Larsen durch die Akkorde, und plötzlich hat sie die aktuelle Popmusik doch noch erwischt.

Egal, damals wie heute gab und gibt es gute und schlechte Musik. Hauptsache man vergisst das Damals nicht. Dafür kann man Flown Tones schon mal herzlichst danken. Und das Publikum tat dies auch mit kräftigem Applaus.

Von Andreas Köthe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.