Konzert zum Kuscheln: Hans Theessink und Terry Evans

Entspannt und sympathisch: Terry Evans (links) und Hans Theessink. Foto: Brandau

Vellmar. Der Blues hat viele Gesichter. Manchmal schreit er ungestüm sein Leid heraus. Manchmal wärmt er wie ein Kaminfeuer im Wohnzimmer bei Freunden. Letztgenanntes Bild trifft auf das wunderbare Konzert der beiden Bluesmänner, den Niederländer Hans Theessink und den US-Amerikaner Terry Evans, zu.

Am Dienstagabend gastierten sie im bestens gefüllten Bürgerhaus in Vellmar-West. „Wwwellmar? Klingt wie ein Frauenname“, witzelte der durchweg gut gelaunte Evans, dem manche Besucher attestierten, er sehe aus wie Roberto Blanco. Entspannt wie zwei gute, alte Freunde, die sich nach ihrem Tagwerk statt eines Bierchens etwas Blues gönnen, wirkten die beiden auf ihren Stühlen. Musikalisch sind sich Theessink und Evans schon oft über den Weg gelaufen. Nun nahmen sie zusammen das Album „Delta Time“ auf, das sie in Vellmar vorstellten.

Die Stücke klingen fast durchweg sehr entspannend und auf den ersten Eindruck, als sei es nicht schwer, sie zu spielen. Doch weit gefehlt. Genau darin liegt das Geniale an Theessinks Spielkunst: Es klingt eingängig einfach. Dabei kommt der 64-Jährige völlig ohne wilde Soli oder Effekthaschereien aus. Aus der Seele heraus, aus dem Bauch heraus kredenzt er den Blues, hat ein unglaubliches Feeling, ein riesiges Rhythmusgefühl, ein hervorragendes Timing. Und im Duett mit Evans eine so sympathische Aura, dass sich das Publikum sichtlich wohlfühlte und gern bei einigen Refrains den „Wellmarer Chor“ gab.

Eine Besucherin traute sich sogar, als Solistin in Erscheinung zu treten. Von ihrem Platz aus kam sie Evans’ Aufforderung „Sing with us“ nach und ließ sich zum Vergnügen des Publikums auf einen Gesangsdialog ein. Applaus vom Publikum, Anerkennung von Evans. Der muss es wissen. Ein begnadeter Sänger. Zwischen blues-schmutzig und balladen-zärtlich pendelte er mühelos hin und her und ergänzte sich auch auf der Gitarre gut mit Theessink. Fazit: ein Wohlfühl-Konzert in Sachen Blues.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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