Konzert: Voller Leidenschaft

Jessy Martens und Band rockten das Theaterstübchen

Ein Energiebündel: Jessy Martens beim Auftritt im Theaterstübchen. Foto: Hedler

Kassel. Zum zweiten Mal nach 2015 gaben sich Hamburgs Jessy Martens und ihre vier Mitmusiker im Theaterstübchen die Ehre und wieder war der Laden am Montagabend bis auf den letzten Sitzplatz belegt.

Im Kontrast zu der ständig groovenden Musik mit einer äußerst quirligen Bandleaderin wirkte dieses Szenario vergleichsweise statisch, was auch die bestens gelaunte Sängerin so empfand. Daher forderte sie das Publikum auf, zur Auflockerung ein paar schmutzige, rock-‘n-‘rollige Zwischenrufe loszulassen, wie: „Zieh’ dich aus, du geiler Keyboarder!“ Auch sonst geizte die aufgedrehte Jessy Martens nicht mit Kraftausdrücken und hatte sogar einen Song „für ein Arschloch“ geschrieben.

Jedenfalls zeigte die Band, warum sie in den vergangenen Jahren diverse Preise einheimsen konnte: Das war reine Spielfreude, verbunden mit professioneller Beherrschung der Instrumente, Arrangements, die Landeweile ausschlossen und emotionalen, spannungsreichen Solos von Keyboards und Gitarre.

Bass und vor allem Schlagzeug überzeugten mit sicherem Puls und rollenden, fetten Ausschmückungen. So wurde Old-school-Bluesrock gehörig abgestaubt und wirkte wie neu erfunden. Auf derart geschmackvoller Grundlage entfaltete die 29-jährige Jessy Martens die enorme Dynamik ihrer Ausnahmestimme internationalen Formats zu rockigen Eigenkompositionen à la „Brand New Ride“ oder auch herzzerreißenden Balladen wie „Silence“, nur von Gitarre und E-Piano begleitet.

Das erzeugte Gänsehaut-Momente. Mit dem Voice-of-Germany-Gewinner Andreas Kümmert hat Martens kürzlich ihr Heart-&-Soul-Album eingesungen. Daraus wurden die großartigen Klassiker „Midnight Rider“ und „Rock ‘n’ Roll Hoochie Koo“ vorgestellt. Am Ende: Standing Ovations für ein fulminantes Konzert und zwei Zugaben für das „geile“ Publikum.

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