Die norwegische Band Katzenjammer gab im Kulturzelt keinerlei Anlass zum Klagen

Ein Konzertabend zum Schnurren

Leidenschaftlich: Anne Marit Bergheim von Katzenjammer beim Auftritt im Kulturzelt. Foto: Socher

Kassel. Wahrscheinlich wussten die meisten Kasseler gar nicht, dass sie norwegisch singen können. Aber wenn vier attraktive, charmante und energische junge Damen etwas befehlen, ist Widerspruch nun mal keine Option. Also sang das Kulturzelt-Publikum am Mittwochabend auch norwegisch: auf Geheiß der fulminanten skandinavischen Mädchenband Katzenjammer.

Die musikalischen Miezen Turid Jørgensen, Solveig Heilo, Marianne Sveen und Anne Marit Bergheim gaben trotz ihres gramerfüllten Namens keinerlei Anlass zu irgendwelchen Klagen.

Es dauerte kaum zwei übermütige Lieder, bis die Damen mit schwingenden Sixties-Kleidern und verspielten Stampfrhythmen das Publikum auf ihre Seite gezogen hatten. Mit dem Charme von Ronja Räubertochter und erstaunlichen Fertigkeiten an den ständig wechselnden Instrumenten machten sie sich ihr Publikum gefügig.

Spitzbübische Zwischenansagen und die ansteckende Begeisterung der vier agilen Damen auf der Bühne taten ihr Übriges. Den Sound von Katzenjammer muss man sich als Reise durch eine musikalische Villa Kunterbunt vorstellen. Im Vorraum ein paar Seemannslieder, im Flur der flotte Rockabilly mit Suchtrhythmus auf dem riesigen Katzenbass, im Schlafzimmer ein verträumter Walzer und nebenan im Bad ein wenig norwegisches Volksliedgut mit Akkordeon. Das alles müsste eigentlich viel zu viel sein, doch durch ihre überschäumende Spielfreude verziehen die eifrig mitwippenden Zuhörer den Konzertkätzchen auch ihren Hang zum Überladenen.

Dass die vier Norwegerinnen eine Schwäche für Deutschland haben, zeigt nicht nur ihr Bandname. Inzwischen sind sie auf ihrer siebten Tour in deutschen Gefilden unterwegs. Und Kassel dürfte ihnen in guter Erinnerung bleiben. „Wir haben Gerüchte gehört, dass Kassel gut mitsingen kann“, sagte Marianne Sveen zwischen zwei Songs. Das Gerücht stellte sich zumindest an diesem Abend als wahr heraus.

Als das Publikum nach zwei Zugaben schließlich aus dem ausverkauften Kulturzelt floss, deutete alles auf Zufriedenheit hin. Man war sich fast sicher, ein zufriedenes Schnurren zu vernehmen.

Heute, 19.30 Uhr, im Kulturzelt: Max Herre.

Von Saskia Trebing

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