Der niederländische Stargeiger André Rieu brachte ganz viel Romantik in die Kasseler Eissporthalle

Konzertanter Hochglanz

Nicht nur er war spitzenklasse: André Rieu mit seinem Orchester in der Kasseler Eissporthalle. Foto: Koch

Kassel. Geht André Rieu zum Arzt, so bescheinigt der ihm, dass er so gesund sei, „weil sein Herz im Dreiviertel-Takt schlägt“. Der Mediziner rät dem Musiker, weiterhin „recht viel Wiener Blut zu sich zu nehmen“. Späße wie diese machte der Stargeiger André Rieu am Donnerstag bei seinem Konzert in der mit rund 1000 Besuchern gefüllten Kasseler Eissporthalle reichlich.

Zum zehnten Mal schon ist er mit seiner Musik, seinen Solisten und seinem Orchester in der Fuldametropole. Und auch dieses Mal waren die Besucher völlig begeistert. Zumindest von dem, was sich auf der Bühne abspielte. Rieu deutete schon zur Begrüßung mit spitzbübischem Grinsen an, was in der Pause für so manche Kritik sorgte: „Willkommen in dieser wunderschönen und so romantischen Halle.“ Das Publikum nahm es mit Humor, in der Pause aber klang das anders: „Wegen der langen Schlange kommt man nicht auf die Toilette, und die Stühle sind so klein und eng gestellt, dass man kaum Luft kriegt. Und das für 81 Euro“, schimpfte eine Dame.

Zum Schluss aber dürfte sich der Groll auch bei ihr verzogen haben, denn es war ein Konzert der Spitzenklasse. Man braucht es eigentlich kaum noch zu sagen. Denn nicht umsonst spielt der Stargeiger in den Besucher-Charts auf den international höchsten Rängen. Und das zu Recht. Auch in Kassel stimmte die Mixtur. Musik für Herz und Sinne. Schon das ausgezeichnete Orchester erfreute nicht nur die Ohren. Auch optisch ist es ein prächtiges Bild, die Damen in schillernden, nostalgisch gefärbten Abendkleidern und die Herren im dunklen Frack musizieren zu sehen. Ein Bild wie auf Hochglanzpapier gebannt.

Und die Solisten? Spitzenklasse. Die Berliner Comedian Harmonists verzauberten mit schwungvollen Evergreens wie „Veronika, der Lenz ist da“, die drei Tenöre mit italienischen Liebesarien, und die Solistinnen sangen „Memory“ aus dem Musical „Cats“ und Michael Jacksons „Earth Song“, begleitet von 20 in weiß gekleideten Kasseler Schülern – lauten Applaus gab es für jede Darbietung.

Und natürlich gab es auch wieder reichlich Walzerromantik wie das „Wiener Blut“ oder ein zärtlich intoniertes „Gold und Silber“ von Franz Lehár. Zum Konzertende schwebten tausende bunte Luftballons durch die Halle, da stimmte sogar das Bild von einer romantisch gefärbten Eissporthalle.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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