Höhepunkte beim Rheingau Musik Festival

Konzerte, die man nie vergisst

Daniel Barenboim

Wiesbaden. Große Orchester und große Namen ziehen magisch an: Beim Rheingau Musik Festival werden noch bis Ende August - trotz fabelhafter Organisation - lange Anreisen und mitternächtliche Heimfahrten, weit entfernt liegende Parkplätze und Fußmärsche gern in Kauf genommen. Die „Rheingaupilger“ wollen nicht versäumen, was sie so vielleicht nie wieder zu Gehör bekommen: Aufführungen auf höchstem Niveau, die man nie vergessen wird.

Festspielleiter Michael Herrmanns hat erneut eine glückliche Hand bei der Auswahl der prominenten Gäste für den traumhaften „Sommer voller Musik“ in Klöstern, Kirchen, Kurhäusern und unter freiem Himmel bewiesen.

Schon die Eröffnung mit Gustav Mahlers „Zweiter“, der klangmächtigen „Auferstehungs-Sinfonie“, und dem unter der souveränen Leitung Paavo Järvis stehenden hr-Sinfonieorchester sowie den Chören des Norddeutschen und des Bayerischen Rundfunks war grandios: ein packender Auftakt. Als ganz vorzüglicher Cellist erwies sich der Franzose Gautier Capucon, der mit dem Orchestra Philharmonique de Monte Carlo unter Yakov Kreizberg in Dvoaks Konzert für Cello und Orchester h-Moll op.104 brillierte.

Einen hinreißenden Konzertabend bot Daniel Barenboim, der ihn dem Gedenken an Chopins 200. Geburtsjahr widmete und unter anderem eine mit subtiler Einfühlung interpretierte zauberhafte Berceuse und eine kraftvoll wie elektrisierend vorgetragene Polonaise spielte.

Die feinfühlige, ausdrucksstarke Interpretation des Sinfonieorchesters des St.Petersburger Mariinskij-Theaters, das jede leise Handbewegung, jeden Fingerzeig seines nicht die kleinste Ungenauigkeit duldenden Dirigenten Valerij Gergiev beachtete, faszinierte und riss das Publikum nach Mahlers 9. Sinfonie zu frenetischem Beifall hin. Ein großer Abend.

Beim Orchestre National de Strasbourg unter der subtilen Leitung Marc Albrechts erlebten die Besucher eine brillante Wiedergabe von Debussys „Iberia“ mit klangintensiven, farbenprächtigen andalusischen Stimmungsbildern. Brahms’ Sinfonie Nr. 2 D-Dur litt hingegen unter dem drückenden Hochsommerwetter. Zum atemberaubenden Hörgenuss wurde zuletzt Sibelius’ einziges Konzert für Violine und Orchester d-Moll, bei dem der Solist Renaud Capucon buchstäblich perfektes Fingerspitzengefühl bewies.

Restkarten: Tel. 01805/ 74 34 64, www.rheingau-musik-festival.de

Von Britta Steiner-Rinneberg

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