Rita Ostrowskaja zeigt Fotos und Keramik

Kraft der Elemente

Rita Ostrowskaja

Kassel. Wie fotografiert man den Wind? Naturgemäß entzieht er sich dem Objektiv der Kamera, ins Bild bannen kann man allenfalls die von ihm bewegten Dinge. Dabei die Bewegung einzufrieren und sie zugleich - scheinbar - im Fluss zu halten, ist eine besondere Kunst - eine Kunst, die Rita Ostrowskaja meisterlich beherrscht.

Die aus der Ukraine stammende, in Kassel lebende und international arbeitende Fotografin ist dem Kasseler Publikum unter anderem durch ihre 1997 in der Neuen Galerie gezeigte Ausstellung „Juden in der Ukraine“ bekannt. Die Serie „Atem des Lebens“, die jetzt zusammen mit Ostrowskajas keramischen Arbeiten in einer Auswahl im Lichthof des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zu sehen ist, widmet sich jedoch allein den Kräften der Natur. In Entsprechung zu den vier Elementen sind die zwischen 1994 und 2001 entstandenen sepia- und blaugetönten Schwarzweißaufnahmen in vier Bereiche unterteilt: Wind, Bäume, Feuer und Wasser. Aufgenommen wurden die Bilder von rauschenden Blättern, blühenden Kirschbäumen, Ofenfeuer oder sprühender Gischt mit einer 6x6-Kamera und langen Belichtungszeiten: Auf diese Weise entstehen Effekte der Verwischung, der Verschmelzung des Ungleichzeitigen, die in ihrer malerischen Wirkung manchmal an die Kunstfotografie der Zeit um 1900 denken lassen.

Dabei wirken Ostrows- kajas Bilder im besten Sinne unaufdringlich. So zart, so zurückgenommen sind sie, dass man sich ihnen mit der Lupe nähern möchte, um die mal körnigen, mal fein verästelten Texturen bis ins letzte Detail zu studieren.

Bis 5. April, Lichthof des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, Brüder-Grimm-Platz 1, Mo - Do 9 - 15 Uhr, Fr 9 - 15.30 Uhr Archivfoto: Gebhardt

Von Fabian Fröhlich

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