Neu im Kino: Christian Ulmen in der deutsch-polnischen Komödie „Hochzeitspolka“

Krampf der Kulturen

Es passt gerade nicht: Kurz vor der Hochzeit mit der schönen Polin holt Frieder Schulz (Christian Ulmen) seine Vergangenheit ein. Foto: X-Verleih

In Hollywood gehört der Traualtar zum Standard der romantischen Komödie, während im deutschen Kino das Hochzeitslustspiel ein eher unterentwickeltes Genre bleibt. Dem will nun Lars Jessen abhelfen, und er reist dafür weit nach Osten bis hinter die polnische Grenze.

Dort hat sich Frieder (Christian Ulmen) als Geschäftsführer eines deutschen Unternehmens niedergelassen. In seiner wilden Jugend war er Frontmann der Rockband „Heide Hurricans“, die laut und mit wenigen Akkorden durch die norddeutsche Provinz wirbelte. Heute hat er ein prachtvolles Eigenheim und will die schöne Polin Gosia (Katarzyna Maziag) ehelichen, als er erfährt, dass der Standort in Polen abgewickelt werden soll. Und dann kommen zum Polterabend auch noch die früheren Bandkollegen uneingeladen vorbei.

Trotz guter Voraussetzungen kommt die deutsch-polnische Culture-Clash-Komödie nie richtig in die Gänge. Das historisch belastete Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist prädestiniert für eine interkulturelle Satire. Aber Regisseur Jessen („Am Tag als Bobby Ewing starb“) segelt nur auf der Oberfläche, ohne sich wirklich auf vermintes Gelände zu wagen.

Stattdessen wird die auseinanderdriftende Freundschaft der Rocker-Clique ins Zentrum gestellt, die sich unter Alkoholeinfluss reichlich daneben benimmt. Aus dem Ensemble ragt erneut Fabian Hinrichs heraus, der äußerst überzeugend den durchtriebenen, chauvinistischen Unternehmersohn spielt, während Christian Ulmen wieder einmal den gutmütigen Tollpatsch gibt.

Ins durchaus burleske Treiben versucht Jessen immer wieder melancholische Nachdenklichkeit einzustreuen, aber „Hochzeitspolka“ findet keine eigene Stimme und pegelt sich schließlich im deutschen Komödienmittelmaß ein.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab sechs

Wertung: !!:::

www.hna.de/kino

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