Die Herderschule zeigt „4:48 Psychose“ - und vertritt Hessen beim Schultheater der Länder

Krass und großartig

Viel Beilfall für eine tolle Ensembleleistung: (von links) Mira Ebert, Mariam Sobat, Lea Rißland, Max Rose (halb verdeckt), Raffael Krepel, Matti Swiec, Marina Zinke, Luis Krummenacher (hinten), Kathrin Haase, Lisa Stamm und Jan Frankenberger von der Theater-AG der Herderschule. Foto: Malmus

Kassel. Es war furchtbar, es war großartig - und nach der Vorstellung kam das Hochgefühl. Die Spannung löste sich, auf der Bühne gab es lauter strahlende Gesichter beim stürmischen Beifall nach der ausverkauften Premiere.

Worauf Lehrer Thomas Bürger mit einer Nachricht das Glück komplett machte: Die Theater-AG der Herderschule wird Hessen beim Festival Schultheater der Länder im September in Nürnberg vertreten. Mit ihrer Version von Sarah Kanes Depressionsstück „4:48 Psychose“ sind die Herderschüler unter zehn hessischen Bewerbern ausgewählt worden.

Der Erfolg ist hochverdient, wurde doch die Vorgabe „Theater und neue Medien“ des Schultheaters der Länder grandios erfüllt. Mit Videos, Lichteffekten und einer Tonspur, die mit einem bassgewaltigen Kinosound mithalten kann, bewegt sich die Produktion ganz auf der Höhe der Zeit. Neben sechzehn Darstellern setzen zehn Mitglieder einer Technikgruppe das letzte Stück der britischen Dramatikerin Sarah Kane (1971-1999) um.

Keine lineare Geschichte, sondern Fragmente, die mit einem abgründigen Seelenleben konfrontieren - und durchaus heftig fürs Publikum, wenn Darsteller schreiend durch die Sitzreihen schweifen.

Schnell wechseln chorisches Spiel, Monologe, Dialoge und Ausdruckstanz. In einer Szene verkörpern zwei Schüler Patient und Therapeut, dazu wird ein Video aus dem kalten Arztzimmer auf herabhängende Tücher projiziert, und mit klickenden Kugelschreibern sorgen die restlichen Akteure, auf dem Boden kauernd, für ein unangenehmes Geräusch.

Das sind vielschichtige, dicht komponierte Tableaus, auf die die Theater-AG und deren Leiter Thomas Bürger stolz sein können. Ein Zuschauer fasste das allgemeine Urteil nach der Premiere so zusammen: „Krasses Stück, schwieriges Thema, Hammer gespielt.“

Wieder am 24., 25., 28. und 29. Juni, 20 Uhr, Herderschule, Maulbeerplantage 1. Vorbestellung unter Tel. 0561 / 54817 (werktags 8 bis 13 Uhr).

Von Georg Pepl

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