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Hier pulsiert in Kassel die Kultur

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Von: Mark-Christian von Busse

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Vor der Kunstwerkstatt Marbachshöhe: Verena Kern (Mooimooi, von links), Günter Stangelmayer (Atelierhaus Grüner Weg 46), Liska Schwermer-Funke (Kreativfabrik Kassel), Tanja Jürgensen (Mooimooi), Hildegard Schwarz (Netzwerk Hammerschmiede), dahinter Lutz Becker (Hammerschmiede), Kulturdezernentin Susanne Völker, dahinter Sebastian Fleiter (Nachrichtenmeisterei), Kulturamtsleiterin Carola Metz, Ursel Schlicht (Kulturbunker), Regina Schulenburg (Kreativfabrik), Gudrun Hofrichter und Martina Doll (Kunstwerkstatt Marbachshöhe).
Vor der Kunstwerkstatt Marbachshöhe: Verena Kern (Mooimooi, von links), Günter Stangelmayer (Atelierhaus Grüner Weg 46), Liska Schwermer-Funke (Kreativfabrik Kassel), Tanja Jürgensen (Mooimooi), Hildegard Schwarz (Netzwerk Hammerschmiede), dahinter Lutz Becker (Hammerschmiede), Kulturdezernentin Susanne Völker, dahinter Sebastian Fleiter (Nachrichtenmeisterei), Kulturamtsleiterin Carola Metz, Ursel Schlicht (Kulturbunker), Regina Schulenburg (Kreativfabrik), Gudrun Hofrichter und Martina Doll (Kunstwerkstatt Marbachshöhe). © Pia Malmus/Stadt Kassel/nh

Die Kasseler Kreativen aus den „(De)Zentren“ vernetzen sich – und erhalten mehr städtische Förderung.

Kassel – „Sind das die anonymen Kreativen?“, fragte Sebastian Fleiter von der Nachrichtenmeisterei, als er die Kunstwerkstatt auf der Marbachshöhe betrat. In dem Gemeinschaftsatelier in einer umgebauten Panzerhalle der ehemaligen Hindenburg-Kaserne hatte sich ein Stuhlkreis aus Künstlern und Musikern gebildet – von Fotografin Tanja Jürgensen über Jazzpianistin Ursel Schlicht bis zu Künstlerin Hildegard Schwarz. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle vertraten Standorte, an denen Kulturschaffende sich zusammengeschlossen haben.

Denn Kultur in Kassel, das sind nicht nur etablierte staatliche und städtische Institutionen wie das Staatstheater, die Neue Galerie oder das Fridericianum. Sie wird gerade auch durch eine lebendige freie Szene geprägt. Dem trägt die 2018 verabschiedete „Kulturkonzeption Kassel 2030“ Rechnung.

Wesentliches Ziel ist die Unterstützung der „(De)Zentren für Kulturproduktion“. Kulturdezernentin Susanne Völker stellte jetzt wegweisende Bausteine vor: eine verlässliche finanzielle Ausstattung, Hilfen für bessere Sichtbarkeit und Beratungsangebote, um die Vielfalt und Qualität der Kulturproduktion zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Was aber sind „(De)Zentren“? Es handelt sich um Räume im Stadtgebiet, ob in leerstehenden Bunkern oder Bürogebäuden, an denen Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten dauerhaft und gemeinsam kreativ wirken. Das Kulturamt hat acht solche verzweigte Standorte ausgemacht, die beginnend 2022 eine jährliche Strukturförderung erhalten. Dazu zählen drei große Zentren:

An fünf kleineren „(De)Zentren“ sind im Schnitt je sechs bis zehn Kreative beteiligt. Diese Standorte erhalten insgesamt 20 000 Euro:

Zu ihrer besseren Präsenz tragen ein Logo für das Netzwerk – das kein „geschlossenes System“ bleiben soll – sowie eine neu freigeschaltete Website mit einer Karte und Kontakten auf dem Stadtportal bei: kassel.de/dezentren. Das Kulturamt wird im Hinblick auf Fördermittelakquise und Standortfindung für Beratung zur Verfügung stehen. Geplant sind auch regelmäßige Vernetzungstreffen: „Wir freuen uns wahnsinnig darauf, wieder zu großen Runden in Präsenz einzuladen“, sagte Völker. In der Corona-Krise habe die Kultur in Kassel bewiesen, „dass die Bindungskräfte größer sind als die Fliehkräfte“.

Bildhauer Günter Stangelmayer, der sich als „Hauspapa“ des Atelierhauses Grüner Weg vorstellte, beobachtet, dass die Zuversicht und das Interesse an Arbeitsräumen wieder wachsen: „Die Leute trauen sich wieder was.“ Die städtische Förderung „hat uns überrascht und sehr gefreut“, sagte Gudrun Hofrichter für die Gastgeber aus der Kunstwerkstatt. Die Vernetzung der Kulturszene sei „total wertvoll“, ergänzte Sebastian Fleiter.

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