Neu im Kino: „50/50 - Freunde fürs (Über)Leben“

Krebs und Komik - die Balance gelingt

Bevor die Haare ausfallen: Adam (Joseph Gordon-Levitt) rasiert sich lieber selbst - auf Anraten seines besten Kumpels Kyle (Seth Rogen). Foto: tx

Die Mischung Krankheit und Kino endet zu 90 Prozent in kitschigen Schmonzetten. Anders sieht die Sache aus, wenn Hollywoods schräger Spaßvogel Seth Rogen mit von der Partie ist.

Bevor er mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, führte der 27-jährige Adam (Joseph Gordon-Levitt) ein unaufregendes Leben: Keine Zigaretten, kein Alkohol, keine fremden Flirts und schon gar keine Widerworte gegen die Frau Mama. Der derbe Kumpel Kyle (Seth Rogen) ist das Gegenteil. „Fifty-fifty? Im Casino würdest du dich über diese Chancen freuen“, klopft er seinem Kumpel auf die Schulter.

Der Draufgänger mit flotten Sprüchen entdeckt selbst bei Krebs gewisse Vorteile: Mit der Mitleidsmasche lassen sich Frauen aufreißen, Joints bekommt man auf Rezept. Anders reagiert die Psychologin Katie, die dem Patienten allzu gern ein paar Depressionen aufschwatzen möchte.

Irgendwann ist die Auseinandersetzung mit dem Tod unvermeidlich. Schock, Verleugnung, Widerstand, Akzeptanz - das klassische Muster. Seth Rogen weiß, was er spielt, im echten Leben hat sein Freund und Drehbuchautor Will Reiser das Schicksal durchlitten.

Eindrucksvoll, weil unverkrampft, wirkt Rogen, wenn er als Quatschkopf dem Thema unkonventionell komische Seiten abgewinnt. Die heikle Balance gelingt und macht den mit pfiffigen Dialogen gespickten, exzellent gespielten Film zum starken Stück jenseits aller genreüblichen Sentimentalitäten. Die Chancen auf ein bewegendes Kinoerlebnis stehen bei 90 zu 10.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

Von Dieter Oßwald

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.