Am Kreuzweg

Regionalkantor Thomas Pieper gab ein Orgelkonzert

Thomas Pieper

Kassel. Streng und gravitätisch ist der Charakter einer Passacaglia. Ihr Name kommt aus dem Spanischen, denn „pasar una calle“ bedeutet eine Straße entlanggehen.

Ursprünglich ein spanischer Volkstanz, entwickelte sich die Passacaglia zu einer wichtigen Form der Barockmusik, bestehend aus Variationen über einem ostinaten, „hartnäckig“ wiederholten Bass.

Diese musikalische Form durchleuchtete der Organist Thomas Pieper in der Rosenkranzkirche mit einem tief gehenden Programm, das absichtsvoll für den ersten Fastensonntag gewählt war. Denn eine Passacaglia ist das perfekte Tonsymbol für die Passion und den Kreuzweg.

Am Beginn stand die „Mutter“ aller Orgelwerke in dieser Form: die Passacaglia c-Moll BWV 582 von Johann Sebastian Bach. Ein Frühwerk voll Sturm und Drang, wie Pieper eingangs formulierte. Mit dem passenden Elan präsentierte er dieses erhabene Musikstück.

Spannend, wie Bachs Modell im 19. Jahrhundert romantische Einfärbungen erfahren hat. Das erlebten 70 Zuhörer bei der Passacaglia in h von John Ebenezer West und bei Josef Gabriel Rheinbergers 8. Orgelsonate mit einer Passacaglia als Finalsatz. Souverän brachte Pieper die monumentale Sonaten-Architektur zum Klingen.

Auch eine andere Facette bot der Regionalkantor. Direkt nach Bach spielte er - ebenso eindrucksvoll - César Francks „Prélude, fugue et variation“ op. 18. Wie ein trauriges Wiegenlied klingt die Hauptmelodie dieses Stückes. Bittersüße Melancholie, die verzauberte.

Von Georg Pepl

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