Kritik zu "Vom Himmel hoch"

"Tatort" aus Ludwigshafen: Eindrucksvolles Porträt einer Traumatisierten

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Skeptisch: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). 

Der "Tatort - Vom Himmel hoch" aus Ludwigshafen fragte, wie sich die moderne Kriegsführung in fernen Ländern auf Täter und Opfer bei uns auswirkt. Ein sehenswerter Krimi, findet unsere Kritikerin.

"Es ist überhaupt nicht pervers, wenn sich auch Täter Hilfe holen. Der Krieg – der ist pervers.“ Ein zentraler Satz im spannenden Ludwigshafener „Tatort: Vom Himmel hoch“ von Tom Bohn (Buch und Regie) zeigte, wie nah uns moderne Kriege kommen können: Auch wenn sie am Hindukusch geführt werden, sitzen Opfer wie Täter später in der Praxis eines Psychiaters in Ludwigshafen. 

Ein Kurde, der seine Familie im Irak bei einem Drohnenangriff verloren hat. Eine Drohnenpilotin der US-Army, die es nicht verkraftet hat, per Joystick Dutzende Menschen abzuknallen – aus der scheinbaren Sicherheit eines Büroraums in der westlichen Welt. Ein hochaktuelles Thema.

Dieser Psychiater wurde ermordet, bei den Ermittlungen kamen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) schnell auf diese Patienten, um die die weiteren Handlungsstränge geschickt gestrickt worden sind.

Die kurdischstämmigen Brüder, die ein Attentat planten – das war recht holzschnitthaft, die Personen kamen einem nicht wirklich nah. Ganz anders beeindruckte Soldatin Heather Miller, die erst in ihrer Fast-Verwahrlosung gezeigt wurde – und dann, wie sie mit gnadenloser Präzision zuschlug. Eindrucksvolles Porträt einer Traumatisierten, toll gespielt von Lena Drieschner. 

Der "Tatort" aus Ludwigshafen in der ARD-Mediathek

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