Neu im Kino: „Das Leuchten der Stille“ nach dem Bestseller von Nicholas Sparks

Krieg und Frieden

Junges Glück ohne Zukunft? In South Carolina ist die Welt für John (Channing Tatum) und Savannah (Amanda Seyfried) in Ordnung, aber der Soldat muss in den Krieg ziehen. Foto: Kinowelt

Man sollte die Werke von Nicholas Sparks niemals als melodramatisch bezeichnen, denn das kann der Autor von Bestsellern wie „Wie an einem einzigen Tag“ und „Message In A Bottle“ überhaupt nicht ausstehen. Der Amerikaner fühlt sich auf dem Feld des Dramas zuhause. Einen ausgeprägten Hang zur tragisch ausgeschmückten Romantik kann er allerdings schwerlich abstreiten.

Inzwischen reißt sich Hollywood um jedes neue Sparks-Manuskript, weil es den Machern volle Kassen und den Zuschauern feuchte Augen beschert. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert. Und so folgt unmittelbar auf den Miley-Cyrus-Streifen „Mit Dir an meiner Seite“, der in der Vorwoche startete, nun „Das Leuchten der Stille“.

Dies ist die Geschichte der großen Liebe zwischen dem Soldaten John (Channing Tatum) und Savannah (Amanda Seyfried). Das Ende von Johns Wehrdienst ist absehbar. Daheim in South Carolina wartet nur sein Vater (Richard Jenkins) auf den stattlichen jungen Mann, aber in diesem Sommer lernt John die bezaubernde Savannah kennen. Es funkt auf der Stelle.

Der Glaube an eine gemeinsame Zukunft wird auch dann nicht erschüttert, als John vor eine Gewissensentscheidung gestellt wird. Die Army sucht nach Fachkräften im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. John wird ihn führen, fernab der Heimat und ohne absehbares Ende. Die Liebenden kommunizieren über die Feldpost, aber eines Tages verkündet ein Brief, dass Savannah sich mit einem anderen verlobt hat. John ist am Boden zerstört.

Regisseur Lasse Hallström hat großartige Filme wie „Chocolat“ und „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gemacht und wird in Hollywood nun als Experte für die ganz großen Gefühle gehandelt. Leider will sich das Kribbeln hier nicht so recht einstellen.

Die jungen Hauptdarsteller haben Charisma und passen zusammen, die Schauplätze schreien nach Romantik, aber das Handlungskonstrukt und dessen distanzierte Umsetzung lassen nur selten Emotionen aufkeimen. Offensichtlich empfindet das Publikum allerdings anders: In den Staaten schoss der Film auf Platz eins der Kinohitparade. Ein Zuschauer-, kein Kritikerfilm.

Genre: Romanze

Altersfreigabe: ab zwölf

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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