Kristina Marth über den „Tatort“ aus Wien: Schwache Umsetzung

Dass ein interessantes, unverbrauchtes Thema allein noch lange keinen guten Film ausmacht, bewies der „Tatort: Kein Entkommen“. Ein Kommentar von Kristina Marth.

Inspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine Assistentin Bibbi Fellner (Adele Neuhauser) hatten es mit ehemaligen Kriegsverbrechern des Balkankriegs zu tun, die nun den Deserteur Mirko Gradic (Christoph Bach) umbringen wollten. Spannend und fast schon gruselig waren die Einblicke, die die Ermittler in das Milieu der in Wien stark vertretenen serbischen Gemeinde erhielten. Beste Voraussetzungen also eigentlich, um die Zuschauer zu fesseln.

Das aber gelang nicht wirklich. Vielmehr schien es, als hätte Regisseur Fabian Eder, der gemeinsam mit Lukas Sturm auch für das Drehbuch verantwortlich war, zu viele schlechte Hollywood-Actionfilme gesehen. Gradic, der im Winter in Pyjamahose durch halb Wien rennt und später mal eben drei Serben umbringt, die zuvor doppelt so viele Polizeibedienstete erschossen haben, oder der Terminator-artige Auftritt eines Auftragskillers mit Maschinengewehr – solche Szenen wirkten realitätsfern und überdreht. So nahm sich der thematisch starke Film durch die Effekthascherei selbst die Wirkung.

kma@hna.de

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