Unbequeme Fragen

Kritik zum Bremer "Tatort": Blutroter Strom

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Dieser "Tatort" könnte noch für einige Turbulenzen in der Windkraftbranche sorgen, meint HNA-Kommentator Matthias Lohr. Trotz einiger Schwächen bot "Wer Wind erntet, sät Sturm" spannende Unterhaltung.

Der Bremer „Tatort“ will immer mehr sein als ein normaler Sonntagabendkrimi. Meistens klappt das auch. 2011 erzählte Regisseur Florian Baxmeyer etwa vom Elend der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer, voriges Jahr sorgte sein Fall über eine kriminelle arabische Großfamilie für Aufsehen. Und nun warf er in „Wer Wind erntet, sät Sturm“ erneut Fragen auf, die sich andere der Political Correctness wegen nicht zu stellen trauen.

Die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) klärten den Mord an einem Umweltschützer auf, der den Bau von Windkraftanlagen verhindern wollte. Die riesigen Windmühlen an der Nordseeküste, so der Vorwurf, zerschreddern tausende Vögel. Der grüne Strom ist in Wirklichkeit blutrot, wie die Lieblingsmetapher der Aktivisten lautete.

Ihr Pathos nervte bisweilen, und der Hedgefondsmanager (Rafael Stachowiak) als Mephistopheles für Arme wirkte wie aus dem Klischee-Baukasten zusammengezimmert. Trotzdem erzählte Autor und Grimme-Preisträger Wilfried Huismann spannend vom Konflikt um den wahren grünen Glauben. Es kann gut sein, dass die Ökostrombranche nach diesem „Tatort“ einige unangenehme Fragen beantworten muss. Dies schafft ein „Tatort“ nur ganz selten.

Lesen Sie auch: „Dallas“ an der Nordsee: Der "Tatort" aus Bremen

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