Private Probleme im Präsidium

Kritik zum Dortmunder Tatort "Kollaps"

Nerven lagen blank: Daniel Kossik (Stefan Konarske), Nora Dalay (Aylin Tezel), Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Böhnisch (Anna Schudt).

Eine Atmosphäre angespannter Nervosität prägte den Dortmund-„Tatort: Kollaps“. Stress gab's wieder mal auch innerhalb des vierköpfigen Teams. Ein zutiefst deprimierender Fall, findet HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Auf einem Spielplatz stirbt ein Kind, und Peter Faber buddelt im Sand. Die Rechtsmedizinerin, auf die Frage, was der Kommissar da mache, erwidert: „Er fabert herum.“ Und als regelmäßiger „Tatort“-Zuschauer weiß man sofort, was gemeint ist: Der strubbelige Ermittler in seinem zerschlissenen Parka, grandios gespielt von Jörg Hartmann, geht auch unkonventionelle Wege. Hier fand er ein Drogenpäckchen. 

Zweites Merkmal des Dortmunder „Tatorts“: Das vierköpfige Team ist sich nicht grün, schleppt private Probleme mit ins Präsidium, meist liegen die Nerven blank. Autor Jürgen Werner und Regisseur Dror Zahavi trieben die vibrierende Anspannung im siebten Fall aus Dortmund „Kollaps“ so weit, dass man versucht war, dem Quartett zuzurufen: Haltet den Ball flach, atmet alle mal tief durch. Stattdessen hat Faber nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde aus seinem Team am Hals. 

Überall Druck im Kessel, in der Dortmunder Nordstadt sowieso, wo das Leben nicht so idyllisch ist, wie es der Vater des toten Kindes und seine Modelleisenbahn-Freunde nachbauen. Die vermeintlich braven „besorgten Bürger“ übten Selbstjustiz gegen schwarze Dealer. Von Verlust, Verständnis und Verantwortung handelte dieser düstere „Tatort“. Dass aber die starken Sprüche und simplen Lösungen gar nichts taugen, machte er differenziert deutlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.