Kritik zum Magdeburger Polizeiruf: Eine leidvolle Geschichte

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Kommissare Dirk Köhler (Matthias Matschke) und Doreen Brasch (Claudia Michelsen).

Zum ersten Mal hat Matthias Matschke am Sonntagabend als Kommissar Dirk Köhler im "Polizeiruf 110: Endstation" an der Seite von Doreen Brasch (Claudia Michelsen) ermittelt. Unserem Kritiker Mark-Christian von Busse gefällt das neue Magdeburger Duo.

Teure leuchtend orangefarbene Sneakers. Sie standen stellvertretend für den Traum der Pflegekinder Marco und Sascha von einem üppigen Leben, wie es ihnen die brave Familie Schilchow mit ihrer Reinigung nicht bieten konnte. Als Marco, der Jüngere, totgeprügelt war, blieben diese Schuhe – auch als Zeichen der Zerrissenheit: Vom Freund ihrer labilen leiblichen Mutter, einem Hehler, wurden die Kinder für Einbrüche instrumentalisiert. 

Regisseur Matthias Tiefenbacher arbeitete in der Verfilmung eines Drehbuchs von Stefan Rogall präzise und feinfühlig mit Gesten, Symbolen und Sound. Die Stille am Esstisch, das Kratzen der Löffel, das Pfeifen eines Wasserkessels: beklemmend. Die Gefühle schienen wie eingefroren, aller guter Wille half nichts – ein trauriger, leidvoller Plot.

Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und ihr neuer Partner, Matthias Matschke als freundlicher Hauptkommissar Dirk Köhler, hatten die Verstrickungen und Geheimnisse aufzudecken. Neben Sascha (Nino Böhlau) spielten auch die geistig zurückgebliebene Pflegetochter Nadine (Luzie Ahrens) und die leibliche Tochter Bella (Janina Fautz) beeindruckend. Dass Brasch ihren neuen Kollegen dermaßen unschön-schroff empfing, war zwar nachvollziehbar, wurde aber plakativ überstrapaziert.

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