Kritik zum Münchener "Tatort": Das hört nie auf

Das war wieder ein „Tatort“, bei dem man sich fragen konnte, warum man sich eigentlich Sonntag für Sonntag diese Krimis antut: so viel erschütterndes Leid, so viel Elend. Mark-Christian von Busse zum Münchner „Tatort“.

Kein Wunder, dass der altgediente Augsburger Kollege (Klaus Pohl mit einem Kurzauftritt), der Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) wertvolle Hinweise gab, zum Hochprozentigen greift – vor dem Frühstück. „Das geht ja immer weiter“, murmelte er, „diese Tragödien, diese Schrecken.“ „Das muss aufhören, warum hört das nie auf?“, rief auch Emma, die einst Ella hieß, als ihre Welt noch heil war. Ehe ihr Vater die Familie auslöschte.

Man lernte viel über Psychologie im konventionell und unspektakulär erzählten Fall „Einmal wirklich sterben“ von Claus C. Fischer (Buch) und Markus Imboden (Regie): über abgespaltete Gefühle, Amnesie, Retraumatisierung. Die Flashbacks, die die junge Frau verzweifeln ließen, spielte Anna Drexler großartig. Den kleinen Quirin, völlig verstört, gelähmt, in sich gekehrt mit seinem Stoffelefanten als einzigem Halt, vergisst man nicht. Batic/Leitmayr, kurz vorm 25. Dienstjubiläum, agierten mit all ihrer Routine in größter Selbstverständlichkeit. Und so lässig gehen sie (die doppelte Lesebrille!) auch mit dem Älterwerden um.

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