Duo ermittelt seit 25 Jahren

Kritik zum Münchner Tatort: Dunkel und unerbittlich

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Maria (Sophie Rogall), befragt von Ivo Batic (Miroslav Nemec, Mitte) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl).

Am Sonntagabend feierten die Münchner Tatort-Ermittler Leitmayr und Batic ihr 25-jähriges Jubiläum. Unsere Kritikerin Bettina Fraschke findet den neuen Fall herausragend.

Erst hörte man nur zwei, drei Sekunden den Ton von dem verräterischen Gewalt-Video. Später begann man, einzelne Rufe zu verstehen, dann versuchten die Kommissare, anhand des Geschreis die Personenzahl zu ermitteln.

Ganz am Ende gab es dann das furchtbare Video zu sehen – Menschen, die so enthemmt waren, dass sie vor Erniedrigung und (sexualisierter) Gewalt nicht zurückschreckten.

Schon, wie dieser Handyfilm in den Krimi „Mia san jetz da wo’s weh tut“ eingebaut war, zeigte, wie subtil Max Färberböck, Regisseur und Drehbuchautor (mit Catharina Schuchmann), die Spannung steigerte. Unerbittlich zog er die Schraube an. Sein Münchner „Tatort“ zum 25-jährigen Wirken des Ermittlerteams Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) war trotz kleiner Plausibilitätsschwächen ein herausragender TV-Krimi.

In der Stimmung dunkel und mit dem Mut, nicht (wie meist TV-üblich) zu viel zu erklären, erzeugte er eine einzigartige, melancholische Atmosphäre. Die Handlung tat ein Übriges, ein mulmiges Gefühl zu erzeugen, denn erst die Ermittlungen der Polizei lösten eine Reihe von Morden aus. Und über dem Leid schwebte das schaurig-schöne Musikstück „Ruth And Sylvie“ von Daniel Hart.

Nebenbei: Liebe Autoren, war das bitte, bitte nur eine kurze akustische Täuschung, als Ermittler sagten, der eine Schlägertyp habe einen ganzen Panzer Leopard 2 auf sein bestes Stück tätowiert?

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