Kritik zum Polizeiruf aus Rostock: "Beginn war zu brutal"

Bettina Fraschke über den Polizeruf.

Spannend war es streckenweise durchaus. Aber der Rostocker „Polizeiruf 110: Liebeswahn“ krankte daran, dass die Täterin zu wenig als echter Charakter eingeführt wurde. Eine Rezension von HNA-Redakteurin Bettina Fraschke.

Ihr Handeln wurde zwar schon im Filmtitel als Wahn gekennzeichnet, doch es gelang nicht, wirklich nachvollziehbar zu machen, warum die Frau zu solch extremer Gewalt greift.

Wie sie sich in den Kommissar verliebt hat, wurde zu wenig rausgearbeitet. Ein vorbildliches Psychoprofil war kürzlich beim Kieler-„Tatort“ zu besichtigen, aber auch wenn hier die Täterin weit weniger im Zentrum stand als dort, müsste ein thrillerartiger Krimi eben doch mehr Licht in ihren Antrieb bringen. Und die sexuellen Fachbegriffe rauschten etwas beziehungslos durch die Zuschauerohren.

Es schien so, als könne sich Thomas Stiller (Buch und Regie) nicht entscheiden, worauf er den Schwerpunkt legen wollte. Sexuelle Perversionen, Stalking oder das Gespinst aus Lügen und Heimlichtuereien, das Kommissar Bukow (Charly Hübner), seine Frau Vivian (Fanny Staffa) und seine Kollegen Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Volker Thiesler (Josef Heynert) umgab. Und: Die extrem brutale Eröffnungssequenz war definitiv nicht für die Ausstrahlung zur Familienfernsehzeit um 20.15 Uhr geeignet.

fra@hna.de

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