Kritik zum Polizeiruf: Starker Einstieg und schwacher Fall

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Die Schauspieler Maria Simon als Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski und Lucas Gregorowicz als Kriminalhauptkommissar Adam Raczek

Der RBB-„Polizeiruf 110“ könnte ruhig häufiger seine Beziehungen zum Nachbarland Polen thematisieren, sagt Kulturredakteur Mark-Christian von Busse.

Wo bin ich hier?“, fragte Olga Lenski zu Beginn irritiert. Wie sich die von der tollen Maria Simon gespielte Kommissarin in der ihr fremden Grenzregion um Frankfurt (Oder) und Slubice orientieren musste, war ein starker Einstieg in den „Polizeiruf 110: Grenzgänger“. Mit ihren Augen sahen wir ihr neues Einsatzgebiet. Regisseur und Co-Autor Jakob Ziemnicki schuf eine Szenerie, die man so sonntagabends, 20.15 Uhr, im Ersten noch nicht gesehen hat, er spielte klug mit deutsch-polnischen Klischees, und neben Manfred Zapatka überzeugten auch die polnischen Darsteller.

Lucas Gregorowicz (39), als Lenskis Kollege Adam Raczek ein Bruder Leichtfuß mit Schimanski-Jacke, gewann bald Profil. Sein Motorrad war eine schöne Reverenz an Horst Krause aus dem Potsdamer „Polizeiruf“. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, im Bodensee-„Tatort“ längst üblich, könnte auch den RBB-Krimi bereichern.

Der Fall selbst war daneben kaum der Rede wert, sieht man von den brutalen Boxszenen ab. Boxklubs dürften in Krimis generell überrepräsentiert sein. Ebenfalls keine Überraschung: die unheilvolle Macht das Schweigens: Das „Wir müssen reden“ kam zu spät. Das Familiendrama folgte zudem der simplen Regel: Wer als Nebenfigur anfangs allzu bedeutungsschwanger in die Kamera guckt, sitzt bald im Verhör und zuletzt in Haft. 

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